Aufstiegs-BAföG, Regeln

Aufstiegs-BAföG: Neue Regeln fĂŒr FachkrĂ€fte ab August 2027

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 01:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundeskabinett beschließt höhere FördersĂ€tze fĂŒr Aufstiegsfortbildungen. Handwerk kritisiert die Reform als unzureichend und fordert Nachbesserungen.

Aufstiegs-BAföG Reform 2027: Mehr Geld fĂŒr Meister & Techniker
Junge Erwachsene in einer modernen Werkstatt, die praktische Aufgaben in der beruflichen Bildung ausfĂŒhren, mit Fokus und Konzentration. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch eine Novelle, die FachkrĂ€ften bei Meister-, Techniker- oder Fachwirtweiterbildungen deutlich mehr finanzielle UnterstĂŒtzung bietet. WirtschaftsverbĂ€nde kritisieren die PlĂ€ne jedoch als unzureichend.

Mehr Geld fĂŒr Fortbildung ab Sommer 2027

Die Obergrenze fĂŒr förderfĂ€hige Lehrgangs- und PrĂŒfungsgebĂŒhren steigt von 15.000 auf 18.000 Euro. Auch die UnterstĂŒtzung fĂŒr MeisterstĂŒcke wird verdoppelt: Statt 2.000 gibt es kĂŒnftig 4.000 Euro. Wer die PrĂŒfung erfolgreich absolviert, dem werden 60 Prozent des verbliebenen Darlehens erlassen – bisher waren es 50 Prozent.

Der Kinderbetreuungszuschlag fĂŒr Alleinerziehende steigt von 150 auf 160 Euro pro Monat. Eine wichtige Neuerung: Arbeitgeber-ZuschĂŒsse werden kĂŒnftig nicht mehr auf die Förderung angerechnet. Die neuen Regelungen treten am 1. August 2027 in Kraft.

Handwerk fordert Nachbesserungen

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bewertet die höheren Fördersummen grundsĂ€tzlich positiv – sieht aber klaren Nachbesserungsbedarf. Kritik gibt es vor allem daran, dass eine zweite Fortbildung auf derselben Qualifikationsstufe weiterhin nicht gefördert wird.

Der Verband fordert zudem niedrigere Zinsen fĂŒr KfW-Darlehen und weniger BĂŒrokratie. Auf der Vollversammlung der Handwerkskammer Region Stuttgart am Montag betonten Vertreter die Notwendigkeit massiver Investitionen in moderne BildungsstĂ€tten.

Qualifizierungsgeld bleibt wirkungslos

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WĂ€hrend neue Fördermittel beschlossen werden, zeigt sich ein massives Problem bei bestehenden Instrumenten. Das im April 2024 eingefĂŒhrte Qualifizierungsgeld wird kaum genutzt. Von den bereitgestellten 200 Millionen Euro flossen gerade einmal 108.000 Euro. Bis Dezember 2025 verzeichnete das Programm nur rund 350 Nutzer.

Experten fĂŒhren die geringe Resonanz auf komplexe Zugangsvoraussetzungen zurĂŒck. FĂŒr die Inanspruchnahme sind eine Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag nötig, und ein erheblicher Teil der Belegschaft muss vom Strukturwandel betroffen sein. Der ZDH regte bereits eine Abschaffung des Instruments an.

LĂ€nder treiben strukturelle Reformen voran

In Nordrhein-Westfalen wurde ein Schulversuch zu Regionalen Bildungszentren (RBZB) in den Dauerbetrieb ĂŒberfĂŒhrt. Das von 2019 bis 2025 evaluierte Projekt umfasst neun Zentren mit 41 Berufskollegs. Ziel sind neue Lernformen wie Blended Learning und spezialisierte AusbildungsgĂ€nge in Bereichen wie Game-Design oder E-Commerce.

Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe investiert rund 7,6 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer BildungsstĂ€tte in Bielefeld – finanziert grĂ¶ĂŸtenteils durch Landesmittel. Gleichzeitig gewinnt KĂŒnstliche Intelligenz in der Ausbildung an Bedeutung. Ein BIBB-Forschungsprojekt zeigt, dass Ausbildungspersonal KI verstĂ€rkt fĂŒr Materialplanung und Ideenfindung nutzt.

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Lehrerverband fordert Entlastung

Trotz technologischer Fortschritte mahnen Interessenvertreter personelle und administrative Reformen an. Der Berufsschullehrerverband Baden-WĂŒrttemberg forderte am Donnerstag mehr Freistellungszeiten fĂŒr Leitungsaufgaben, besonders in SozialpĂ€dagogik und Pflege. Der hohe Verwaltungsaufwand und die wachsende BeratungstĂ€tigkeit in quasi-dualen AusbildungsgĂ€ngen belasteten das Personal zunehmend.

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