Tarifvertrag Schwarz: Ostlöhne steigen bis 2031 auf Westniveau
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 01:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Schwarz Produktion und die Gewerkschaft NGG haben sich in der sechsten Verhandlungsrunde auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt. Die Löhne in den ostdeutschen Standorten steigen schrittweise bis Sommer 2031 auf das westdeutsche Niveau.
Der Vertrag läuft rückwirkend zum 1. Januar 2026 und gilt mindestens bis zum 31. Dezember 2031. Bislang lagen die Gehälter in den ostdeutschen Werken teilweise um ein Drittel unter denen der westdeutschen Vergleichsstandorte.
Stufenplan zur Angleichung
Für das laufende Jahr 2026 steigen die Entgelte um insgesamt 5,75 Prozent. Die Erhöhung erfolgt in zwei Schritten: 3,5 Prozent gab es im Juli, weitere 2,25 Prozent folgen im Dezember. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten eine Netto-Erholungsbeihilfe von 156 Euro.
Ab 2027 wird die Lohnentwicklung an das Tarifniveau in Niedersachsen gekoppelt. Die dortigen Tarifsteigerungen werden übernommen und jährlich um zwei Prozent ergänzt. Ziel ist die vollständige Angleichung zum 1. Juli 2031.
Betroffene Standorte und Investitionen
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Im Kern betrifft die Neuregelung die Betriebe Bonback in Halle, Bon Pasta in Erfurt sowie die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH (MEG) mit Standorten in Jessen, Leißling, Roßbach und Weißenfels. Das gesamte Tarifgebiet umfasst 15 Betriebe mit rund 3.000 Beschäftigten. Auf die Kernstandorte entfallen davon etwa 1.700 Mitarbeiter.
Für Fachkräfte kann das Lohnplus bis zum Ende des Anpassungszeitraums monatlich bis zu 1.000 Euro betragen. Parallel investiert die Schwarz-Gruppe massiv in die Standorte: In das Backwarenwerk Bonback in Halle fließen über 300 Millionen Euro, rund 400 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Für den MEG-Standort in Jessen sind Investitionen von 17 Millionen Euro angekündigt.
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Reaktionen aus Wirtschaft und Politik
Beide Verhandlungsseiten bewerteten das Ergebnis als bedeutsamen Schritt. Schwarz-Produktion-Vorstandschef Jörg Aldenkott sprach von einem finanziellen Kraftakt, der einen tragfähigen Kompromiss darstelle. NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig betonte, der Abschluss sei mehr als überfällig gewesen, um die Lohnmauer zwischen Ost und West endgültig abzubauen.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Franziska Kersten begrüßte die Einigung als ersten wichtigen Erfolg im Tarifkonflikt der Ernährungsindustrie. Sie hob hervor, dass faire Löhne nicht nur die Kaufkraft stärken, sondern auch eine stabilere Altersvorsorge ermöglichen. Gleichzeitig appellierte sie an andere Unternehmen der Branche in der Region, diesem Beispiel zu folgen.
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