Ausbildung, Bewerber

Ausbildung 2026: 7.600 Bewerber konkurrieren um 7.200 Stellen in Sachsen

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kurz vor Ausbildungsstart zeigen sich große regionale Unterschiede am deutschen Lehrstellenmarkt. Sachsen und NRW setzen auf kreative Vermittlungsaktionen.

Lehrstellenmarkt 2026: Regionale Unterschiede und neue Wege
Ausbildung - Junge Erwachsene nehmen an einem Azubi-Speed-Dating teil, sprechen mit Unternehmensvertretern in einem modernen Konferenzraum. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Arbeitsagenturen, Kammern und Unternehmen versuchen mit Hochdruck, offene Stellen und suchende Jugendliche zusammenzubringen. Das Bild ist regional extrem unterschiedlich.

Sachsen: Weniger Lehrstellen, mehr Bewerber

In Sachsen klafft eine Lücke: Rund 7.600 Bewerber stehen etwa 7.200 offenen Stellen gegenüber. Besonders alarmierend ist der langfristige Trend. Vor drei Jahren gab es noch 20.600 Ausbildungsplätze im Freistaat. 2026 sind es nur noch 17.100.

Die Chancen verteilen sich ungleich. In Nordsachsen, der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge sowie in Bautzen und Chemnitz kommen rechnerisch viele Bewerber auf eine Stelle. In Dresden, Meißen, dem Vogtland und Zwickau sieht die Lage für Suchende besser aus.

Gute Einstiegschancen gibt es derzeit als Werkzeug- oder Zerspanungsmechaniker sowie im Einzelhandel. Rund 200 Berufsberater in 13 Jugendberufsagenturen sollen helfen.

Speed-Dating und Roadshows in NRW

Nordrhein-Westfalen setzt auf direkte Begegnungen. Die Düsseldorfer IHK veranstaltete gestern ein Azubi-Speed-Dating. 100 Unternehmen präsentierten rund 400 freie Plätze in 60 Berufen.

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In Essen läuft noch bis Freitag eine Aktionswoche. Auf dem Willy-Brandt-Platz bietet eine Roadshow täglich Berufsorientierungs-Parcours und Speed-Datings an.

Für Solingen, Remscheid und Wuppertal kündigte die Arbeitsagentur umfangreiche Hilfen an. Neben Praktika und Einstiegsqualifizierungen gibt es finanzielle Unterstützung – etwa für Vorstellungsgespräche oder Nachhilfe.

Im Harz fehlen die Bewerber

Im Landkreis Harz hat sich das Blatt gewendet. Hier gibt es mehr Lehrstellen als Bewerber. Unternehmen sind aufgerufen, stärker Eigenmarketing zu betreiben. Regionale Messen gelten als erfolgreiches Format, um mit Berufsstartern in Kontakt zu kommen.

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Wandertag statt Bewerbungsmappe

In der Oberlausitz waren Anfang der Woche noch 387 Lehrstellen und duale Studienplätze unbesetzt – allein in Hoyerswerda und Umkreis.

Einen ungewöhnlichen Weg geht Stavenhagen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort organisierten lokale Unternehmernetzwerke heute einen Wandertag zur Berufsorientierung. 70 Schüler der Realschule besuchten zehn Betriebe – von der Pflege über Metallbau bis zur Logistik.

Die Idee dahinter: Jugendliche sollen früh berufliche Perspektiven in ihrer Heimat kennenlernen. Und Unternehmen hoffen, dem Fachkräftemangel so entgegenzuwirken.

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