Autoindustrie-Krise, Bosch-Chef

Autoindustrie-Krise: Bosch-Chef fordert runden Tisch für Branche

06.07.2026 - 02:39:31 | boerse-global.de

Bosch-Betriebsratschef Sell schlägt Krisengipfel vor. Mercedes, VW, Porsche und BMW planen massive Stellenstreichungen.

Autoindustrie-Krise: Bosch-Betriebsrat fordert Runden Tisch
Autoindustrie-Krise - Eine Gruppe von Führungskräften, Gewerkschaftern und Politikern diskutiert ernsthaft an einem Konferenztisch über die Zukunft der Autoindustrie. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Frank Sell, Betriebsratschef von Bosch Mobility, fordert einen runden Tisch mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik. Das Gremium soll die Zukunft der Branche sichern – angesichts massiver Sparprogramme, drohender Werkschließungen und einem beispiellosen Stellenabbau.

Zehntausende protestieren gegen Mercedes-Sparkurs

Erst am 3. Juli gingen zehntausende Mercedes-Beschäftigte auf die Straße. Der Konzern steckt in der Krise: Im ersten Quartal 2026 brach der Gewinn um 17 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro ein. Die Sparpläne sehen unter anderem längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn vor. Die IG Metall kündigte weitere Aktionen an – für den 9. Juli ist ein Autokorso in Stuttgart geplant.

Volkswagen plant radikalen Umbau

Noch härter trifft es Volkswagen. Der Konzern erwägt die Schließung von bis zu vier Werken in Deutschland. Bis zu 100.000 Stellen könnten wegfallen. Die Gewerkschaften wollen ihre Proteste nach Stuttgart auch auf VW-Standorte ausweiten.

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Tausende Stellen bei Porsche, BMW und Bosch

Die Krise erfasst die gesamte Branche. Porsche will mehr als 4.000 Stellen streichen, BMW nach einer Gewinnwarnung 4.000 bis 5.000. Selbst der weltgrößte Zulieferer Bosch bleibt nicht verschont: Trotz eines Umsatzes von 55,8 Milliarden Euro in der Mobility-Sparte schrieb das Unternehmen 2025 den ersten Verlust seit 2008/09.

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Die Zahlen der Unternehmensberatung EY zeigen das Ausmaß: Allein 2025 gingen fast 50.000 Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie verloren. Seit 2019 summiert sich der Abbau auf 111.000 Stellen. Sell betont: Nur eine koordinierte Strategie könne die Branche jetzt noch retten.

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