Autoindustrie-Krise: Porsche baut 4000 Jobs ab, VW plant 100.000
05.07.2026 - 23:30:39 | boerse-global.de
Der Sportwagenhersteller plant den Abbau von rund 4000 weiteren Arbeitsplätzen, wie aus Branchenkreisen bekannt wurde. Betroffen sind vor allem Management und Verwaltung.
Fokus auf Verwaltung und Entwicklungszentrum
Die Streichungen konzentrieren sich auf indirekte Bereiche. Besonders das Entwicklungszentrum in Weissach steht auf dem Prüfstand – dort sollen Kapazitäten um rund 30 Prozent reduziert werden. Ein detailliertes „Zukunftspaket“ mit konkreten Sparzielen will das Unternehmen bis Ende Juli vorlegen.
Die neuen Pläne erweitern bereits laufende Restrukturierungen. Porsche hatte zuvor den sozialverträglichen Abbau von 1900 Stellen bis 2029 sowie das Auslaufen von rund 2000 befristeten Verträgen angekündigt. Dazu kommt die Schließung von drei Tochterfirmen mit 500 weiteren Jobs. Ein Sprecher bestätigte die Zahl von 4000 Stellen nicht direkt, verwies aber auf laufende Effizienzprüfungen.
Zulieferer trifft es hart
Der Sparkurs hat bereits konkrete Folgen für die Lieferkette. Die Weber Magdeburg GmbH kündigte an, zum 1. Oktober 2026 Insolvenz anzumelden. Grund: Porsche beendet sämtliche Produktionsaufträge zum 30. September 2026 – obwohl die Zusammenarbeit ursprünglich bis 2032 vereinbart war. Rund 140 Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Die Aufträge gehen künftig an Wettbewerber aus Thüringen.
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Branche in der Krise
Porsche ist kein Einzelfall. Die gesamte deutsche Autoindustrie steckt in einer tiefen Strukturkrise. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche sank im Juni auf minus 21,4 Punkte. Branchenkenner wie Ferdinand Dudenhöffer sehen die Industrie erst am Anfang einer massiven Beschäftigungskrise.
Die Lage bei anderen Herstellern:
- Volkswagen: Erwägt den Abbau von bis zu 100.000 Stellen und die Schließung von bis zu vier Werken in Deutschland. Ein Sparpaket soll am 9. Juli im Aufsichtsrat beraten werden.
- BMW: Nach einer Prognosesenkung im Juni rechnen Beobachter mit dem Abbau von rund 10.000 Jobs.
- Mercedes-Benz: Verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Gewinnrückgang von 17 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. Am 4. Juli protestierten bis zu 20.000 Beschäftigte gegen Sparpläne.
- Zulieferer: ZF plant den Abbau von bis zu 14.000 Stellen. Der Bosch-Betriebsrat fordert eine Taskforce und einen runden Tisch mit der Politik.
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Die steigenden Insolvenzzahlen in der Zulieferkette und die massiven Stellenstreichungen deuten auf die härteste Krise der Branche seit Jahrzehnten hin. Besonders die hohen Standortkosten in Deutschland werden von Führungskräften zunehmend als Problem gesehen.
