Handwerkerbonus, Steuervorteil

Handwerkerbonus: Steuervorteil sinkt ab 2027 von 20 auf 15 Prozent

05.07.2026 - 23:30:39 | boerse-global.de

Ab 2027 sinkt der Steuerbonus für Handwerkerleistungen von 20 auf 15 Prozent. Der maximale Vorteil reduziert sich auf 900 Euro jährlich.

Handwerkerbonus sinkt: Steuervorteil ab 2027 reduziert
Handwerkerbonus - Nahaufnahme der Hände eines Handwerkers, der präzise mit Werkzeugen arbeitet, mit einem leicht unscharfen Hintergrund einer Baustelle. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Einigung fiel im Koalitionsausschuss. Das Reformpaket umfasst insgesamt 34 Maßnahmen zur Haushaltsentlastung.

Weniger Steuervorteil für Renovierer

Die Neuregelung betrifft alle Handwerkerleistungen im Privathaushalt. Die Bemessungsgrundlage bleibt bei maximal 6.000 Euro Arbeitskosten pro Jahr. Der höchstmögliche Steuervorteil sinkt damit von 1.200 auf 900 Euro jährlich.

Für die Förderung gilt: Die Zahlung muss per Banküberweisung erfolgen. Entscheidend ist das Abflussprinzip – das Datum der Überweisung bestimmt den geltenden Steuersatz. Wer Rechnungen noch 2026 begleicht, erhält letztmalig die alten 20 Prozent.

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„Vertretbarer Kompromiss“ oder Anreiz für Schwarzarbeit?

Die Handwerksbranche reagiert verhalten. ZDH-Präsident Dittrich nannte die Einigung einen „vertretbaren Kompromiss“. Der grundsätzliche Anreiz für professionelle Dienstleistungen bleibe bestehen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht das anders. Die Kölner Forscher warnen vor steigender Schwarzarbeit. Ihre Prognose: illegale Beschäftigungsverhältnisse im Umfang von bis zu einer Milliarde Euro jährlich.

Teil eines größeren Steuerpakets

Die Kürzung ist nur ein Baustein. Das gesamte Reformwerk entlastet laut Regierung mit rund 10 Milliarden Euro jährlich. Dazu gehören die Anhebung des Grundfreibetrags auf 12.900 Euro bis 2028 sowie Anpassungen beim Kindergeld.

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Gegenfinanziert wird das Paket unter anderem durch die „Reichensteuer“. Ab 250.000 Euro Einkommen sollen künftig 45 Prozent fällig werden, ab 280.000 Euro sogar 47 Prozent.

Bundeskanzler Merz verteidigte den Kurs auf dem CDU-Parteitag in Nordrhein-Westfalen: Die Regierung agiere als Reformkoalition. Finanzminister Klingbeil verwies auf Modernisierungsbedarfe und Sicherheitspolitik. Die FDP mahnte derweil stärkere Wachstumsimpulse an.

Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetzentwurf noch zustimmen. Das Paket soll zum Jahreswechsel 2027 in Kraft treten.

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