Brandenburg-Beamte: Gehalt +18%, dafür 41-Stunden-Woche ab 2027
02.07.2026 - 19:30:53 | boerse-global.de
Die brandenburgische Landesregierung reagiert auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts und hebt die Besoldung rückwirkend zum 1. Januar 2026 kräftig an. Im Gegenzug müssen viele Beamte ab 2027 länger arbeiten.
Das Kabinett befasst sich heute mit dem Gesetzentwurf, der je nach Besoldungsgruppe Gehaltssteigerungen zwischen 8 und 18 Prozent vorsieht. In Spitzenfällen sind sogar 20 Prozent drin. Die Einigung kam nach Verhandlungen zwischen dem Finanzministerium und mehreren Gewerkschaften zustande.
Milliardenkosten für den Landeshaushalt
Die Rechnung ist happig: Bis 2028 entstehen Mehrkosten von rund 1,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr allein sind es etwa 415 Millionen Euro. Rechnet man Nachzahlungen für vergangene Zeiträume mit ein, könnten sogar zwei Milliarden Euro zusammenkommen.
Konkret bedeutet das:
- Polizisten starten mit 3.557 Euro brutto – rund 400 Euro mehr als bisher.
- Lehrer in der Besoldungsgruppe A13 verdienen je nach Erfahrungsstufe zwischen 5.955 und 7.331 Euro. Das Plus beträgt bis zu 1.087 Euro.
- Richter bekommen monatlich zwischen 940 und 1.560 Euro mehr.
- Der Ministerpräsident steigt von 17.680 auf 19.870 Euro.
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Das Land will die Mehrausgaben unter anderem aus Pensionsrücklagen finanzieren. Gleichzeitig müssen Ministerien sparen – in Bereichen wie Kultur, Kitas und Verkehr drohen Kürzungen, um die Haushaltslücke zu schließen.
Längere Arbeitszeit ab März 2027
Die Gehaltserhöhungen haben einen Haken: Rund 33.000 Beamte müssen ab März 2027 die 41-Stunden-Woche ableisten. Die Regelung gilt zunächst bis 2032.
Lehrkräfte sind ausgenommen, weil sie bereits eine höhere Unterrichtsverpflichtung haben. Auch für andere Gruppen soll es Ausnahmen geben. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stimmte dem Paket zu, der Beamtenbund (dbb) lehnte es ab. Kritikpunkt: die Verknüpfung von mehr Geld mit Mehrarbeit.
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Karlsruher Urteil als Auslöser
Den Stein ins Rollen brachte das Bundesverfassungsgericht. Die Richter stellten fest, dass die Berliner Besoldung zwischen 2008 und 2020 in weiten Teilen verfassungswidrig zu niedrig war. Brandenburg will ähnliche Klagen vermeiden und handelt jetzt proaktiv.
Das Gesetzespaket muss noch den Landtag passieren. Diskussionen über die soziale Ausgewogenheit sind programmiert – die Steigerungen liegen deutlich über Abschlüssen in anderen Bereichen. Aus der Regierung gibt es Signale, dass Minister teilweise auf ihre Erhöhungen verzichten könnten.
