Deutschland, Arbeit

Jeder Vierte im Homeoffice: Arbeiten zu Hause bleibt beliebt

25.09.2025 - 11:12:47

Das Homeoffice hat sich nach Corona etabliert. Zwar gehen Arbeitnehmer wieder öfter ins BĂŒro, doch Forscher sehen keine RĂŒckkehr zu PrĂ€senzzeiten. Vor allem zwei Gruppen arbeiten gern von zu Hause.

  • Das Homeoffice hat sich seit der Corona-Pandemie fest etabliert. (Archivbild) - Foto: Fabian Strauch/dpa

    Fabian Strauch/dpa

  • Wegen des Homeoffice-Trends bleiben in vielen BĂŒros Schreibtische leer. (Archivbild) - Foto: Philip Dulian/dpa/dpa-tmn

    Philip Dulian/dpa/dpa-tmn

  • Gerade bei BerufstĂ€tigen mit Kindern ist das Homeoffice beliebt. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

    Julian Stratenschulte/dpa

  • Besonders verbreitet ist das Homeoffice in Dienstleistungsjobs. (Symbolbild) - Foto: Fabian Strauch/dpa/dpa-tmn

    Fabian Strauch/dpa/dpa-tmn

Das Homeoffice hat sich seit der Corona-Pandemie fest etabliert. (Archivbild) - Foto: Fabian Strauch/dpaWegen des Homeoffice-Trends bleiben in vielen BĂŒros Schreibtische leer. (Archivbild) - Foto: Philip Dulian/dpa/dpa-tmnGerade bei BerufstĂ€tigen mit Kindern ist das Homeoffice beliebt. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpaBesonders verbreitet ist das Homeoffice in Dienstleistungsjobs. (Symbolbild) - Foto: Fabian Strauch/dpa/dpa-tmn

Auch Jahre nach der Corona-Pandemie schĂ€tzen Arbeitnehmer in Deutschland das Homeoffice, nutzen es aber etwas seltener. Viele Menschen gehen wieder öfter ins BĂŒro, zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. Experten sehen jedoch keinen breiten Trend zur RĂŒckkehr. Vor allem Pendler und Eltern nutzen die Möglichkeit, stark von zu Hause aus zu arbeiten. 

Im vergangenen Jahr war knapp ein Viertel (24 Prozent) aller ErwerbstÀtigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, wie die Statistiker in Wiesbaden mitteilten. Damit lag der Anteil Àhnlich hoch wie in den Vorjahren 2023 (23 Prozent) und 2022 (24 Prozent). 

Das Homeoffice werde aber weniger in Anspruch genommen als in den teils von der Corona-Pandemie geprÀgten Vorjahren. So arbeiteten 2024 lediglich 24 Prozent der Menschen, die das Homeoffice nutzten, komplett von zu Hause aus. 2023 waren es 26 Prozent, auf dem Höchststand im Pandemie-Jahr 2021 sogar 40 Prozent.

Nutzung sinkt etwas

Dagegen stieg der Anteil derer, die weniger als die HÀlfte ihrer Arbeitstage im zu Hause verbrachten: 2024 arbeiteten 46 Prozent der Homeoffice-Nutzer seltener von zu Hause als am Arbeitsplatz. 2021 lag der Anteil noch bei rund 31 Prozent.

Vor Corona war Homeoffice in Deutschland kaum verbreitet. 2019 arbeiteten nur 13 Prozent der ErwerbstĂ€tigen von zu Hause. Der Trend hat lĂ€ngst sichtbare Folgen fĂŒr die Arbeitswelt. So bleiben in vielen BĂŒros die Schreibtische leer, Firmen verkleinern FlĂ€che oder stoßen BĂŒrogebĂ€ude ab.

Dem Ifo-Institut zufolge hat sich das Homeoffice in Deutschland fest etabliert, auch wenn manche Firmen wieder mehr PrĂ€senz verlangen. Die Homeoffice-Quote sei seit April 2022 nahezu unverĂ€ndert, hieß es in einer Studie aus dem FrĂŒhjahr. «Wir sehen in den Daten keinerlei Hinweise darauf, dass das Homeoffice auf dem RĂŒckzug ist», sagt Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. «Einzelne Initiativen von Unternehmen, ihre BeschĂ€ftigten ins BĂŒro zurĂŒckzuholen, bilden keinen statistisch ablesbaren Trend.» 

Homeoffice lÀngst nicht in allen Jobs möglich

Den hohen Stellenwert des Homeoffice bei BeschĂ€ftigten zeigt auch eine Umfrage des Jobportals Indeed unter 1.000 Arbeitnehmern aus dem Juni. Demnach arbeiten viele Menschen in Deutschland mit Billigung ihrer Vorgesetzten mehr im Homeoffice, als es die offiziellen Regeln ihrer Firma erlauben. Mehr als 40 Prozent wĂŒrden demnach sogar Gehaltseinbußen hinnehmen, wenn sie mehr Homeoffice machen dĂŒrften. 

Allerdings können lĂ€ngst nicht alle Menschen von zu Hause aus arbeiten. Am stĂ€rksten verbreitet ist das Homeoffice laut Ifo bei Dienstleistungsjobs, etwa in der IT. In der Industrie arbeitete dagegen zuletzt nur etwa jeder Sechste im Homeoffice (rund 17 Prozent) und im Handel jeder achte (12,5 Prozent). Schlusslicht ist die Baubranche mit einem Anteil von unter fĂŒnf Prozent.

Beliebt bei Eltern und Pendlern

Vor allem in Altersgruppen, die typischerweise Beruf und Familie unter einen Hut bekommen mĂŒssen, ist das Arbeiten von zu Hause beliebt, wie die Statistik zeigt. Den höchsten Homeoffice-Anteil unter allen ErwerbstĂ€tigen hatten 2024 die 35- bis 44-JĂ€hrigen mit 29 Prozent, gefolgt von den 25- bis 34-JĂ€hrigen mit 28 Prozent.

Auch Pendler schÀtzen das Homeoffice, um sich die Zeit im Auto oder der Bahn zu sparen. Je lÀnger die Strecke, umso mehr: So arbeiteten 42 Prozent der BeschÀftigten, deren Arbeit mindestens 50 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt war, 2024 im Homeoffice. Bei einer Strecke von 25 bis 50 Kilometer waren es 29 Prozent und bei unter 5 Kilometern 14 Prozent.

Im Vergleich zu vor der Pandemie sind die Anteile vor allem bei Pendlern mit langem Arbeitsweg gestiegen, schreiben die Statistiker. Ihre Vermutung: «BeschÀftigte nehmen bei bestehenden oder neuen ArbeitsverhÀltnissen lÀngere Pendelstrecken in Kauf, die sie durch die Homeoffice-Möglichkeit zumindest an einigen Tagen vermeiden können.»

Homeoffice in Deutschland leicht ĂŒber EU-Schnitt

In Sachen Homeoffice verhalten sich Arbeitnehmer in Deutschland Ă€hnlich wie im EU-Schnitt. Die Homeoffice-Quote von 24 Prozent hierzulande liegt nur knapp ĂŒber dem Mittel der EU-LĂ€nder. Dort arbeiteten 23 Prozent aller ErwerbstĂ€tigen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich von zu Hause aus. In den Niederlanden (52 Prozent), Schweden (46) und Luxemburg (43) war der Homeoffice-Anteil am höchsten. Am niedrigsten war die Quote in Bulgarien (3 Prozent), RumĂ€nien (4) und Griechenland (8).

@ dpa.de