Datenschutz: Neue Fristen für Heilberufsausweise ab 1. Juli
28.06.2026 - 20:17:53 | boerse-global.de
Rund drei Viertel der Unternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten von Cybervorfällen betroffen. Phishing und Social Engineering machen mit 56 Prozent den Löwenanteil der Angriffe aus.
Der Druck wächst – nicht nur durch Hacker, sondern auch durch den Gesetzgeber. Neue Fristen verschärfen die Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz. Unternehmen suchen händeringend nach Experten, während KI-gestützte Lösungen die Rechtsabteilungen entlasten sollen.
Neue Fristen im Gesundheitswesen
Besonders regulierte Branchen stehen unter Zugzwang. Für Zahnarztpraxen gilt seit Jahresbeginn die aktualisierte IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V. Eine technische Deadline rückt näher: Elektronische Heilberufsausweise mit RSA-Zertifikaten sind nur noch bis zum 30. Juni 2026 nutzbar. Ab dem 1. Juli sind ECC-basierte Zertifikate Pflicht.
Auch der Finanzsektor muss umdenken. Die europäische MiCA-Regulierung für Kryptowerte tritt am 1. Juli in Kraft. Bislang wurden rund 230 Lizenzen erteilt – Deutschland führt mit 56 Genehmigungen vor den Niederlanden und Frankreich. Doch über 80 Prozent der betroffenen Krypto-Unternehmen sind noch nicht lizenziert. Eine Verlängerung? In Spanien bereits ausgeschlossen.
EuGH schafft Klarheit bei DSGVO-Auskünften
Ein Urteil vom 19. März 2026 sorgt für mehr Rechtssicherheit. Der Europäische Gerichtshof entschied: Bereits der erste Auskunftsantrag nach Artikel 15 DSGVO kann als exzessiv gelten – wenn er in missbräuchlicher Vorteilsabsicht gestellt wird.
Auch bei Schadensersatzforderungen gibt es Klarheit. Ein Anspruch nach Artikel 82 DSGVO setzt einen tatsächlichen Schaden voraus. Die bloße Angst vor Datenmissbrauch reicht nicht. Und: Handelt der Betroffene freiwillig selbst schadenverursachend, kann der Kausalzusammenhang unterbrochen sein.
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Fachkräftemangel: Wer sucht wen?
Die komplexe Sicherheitslage spiegelt sich in Stellenanzeigen. REWE digital sucht Ende Juni 2026 Information Security Manager in Festanstellung. Die Aufgaben: Management-Beratung zu Sicherheitskennzahlen, Schnittstelle zwischen Produktorganisation und Risikomanagement. Lockmittel: flexible Homeoffice-Regelungen und Weiterbildungsbudgets von rund 2.000 Euro.
Anders im akademischen Bereich: Die Universität Hamburg schreibt eine wissenschaftliche Stelle in den Internationalen Beziehungen aus – strikt befristet von Oktober 2026 bis September 2028. Bewerbungsschluss: 3. Juli 2026.
KI als Waffe und Schutzschild
Die ManageEngine-Studie zeigt ein Paradox: 45 Prozent der Führungskräfte sehen KI-gestützte Angriffe als größtes Cyberrisiko der nächsten zwölf Monate. Gleichzeitig investieren 35 Prozent in KI-basierte Abwehrmechanismen.
Die Frist läuft: Ab 1. Juli 2026 sind RSA-Zertifikate für Heilberufsausweise ungültig. Wer jetzt nicht handelt, riskiert den Praxisstillstand. Unser Report liefert den kompletten Umstellungsfahrplan inklusive Webinar-Termin. Umstellungsfahrplan jetzt sichern
Am 24. Juni 2026 startete die Plattform „Computer for Counsel“. Sie orchestriert über 20 KI-Modelle und unterstützt Rechtsabteilungen bei komplexen Recherchen. Erste Erfahrungen zeigen Zeitersparnisse von bis zu fünf Stunden pro Woche.
HTEC präsentierte im Juni eine Lösung zur Datenverzweigung für regulierte Umgebungen – entwickelt mit einem Partner aus der Finanztechnologie. Die Technik ermöglicht sichere Tests und Rollbacks in sensiblen Datenumgebungen. Ein weiterer Baustein im Kampf gegen die wachsende Bedrohungslage.
