EuropÀische, Zentralbank

EuropÀische Zentralbank senkt wie erwartet Zinsen

06.03.2025 - 14:24:39

Der EZB-Rat hat wie erwartet am Donnerstag beschlossen, die drei Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte zu senken.

Der maßgebliche Einlagezins, den Banken fĂŒr kurzfristig geparktes Geld bekommen, sinkt damit mit Wirkung zum 12. MĂ€rz von 2,75 auf 2,50 Prozent. Es ist die sechste Zinssenkung seit dem Sommer. Die Entscheidung beruhe insbesondere auf einer aktualisierten EinschĂ€tzung der Inflationsaussichten, teilte die EZB mit.

Der Prozess zur Reduzierung der Inflation sei auf einem gutem Weg. "Die Inflation hat sich im Großen und Ganzen wie von den Experten erwartet weiter entwickelt, und die jĂŒngsten Projektionen stimmen eng mit der vorherigen Inflationsprognose ĂŒberein", hieß es in einer ErklĂ€rung. Die EZB-Experten gehen nun davon aus, dass die Gesamtinflation in der Eurozone im Jahr 2025 durchschnittlich 2,3 Prozent, im Jahr 2026 1,9 Prozent und im Jahr 2027 2,0 Prozent betragen wird. FĂŒr die Inflation ohne Energie und Lebensmittel prognostizieren die Experten einen Durchschnitt von 2,2 Prozent im Jahr 2025, 2,0 Prozent im Jahr 2026 und 1,9 Prozent im Jahr 2027. Die meisten Kennzahlen der zugrunde liegenden Inflation deuteten demnach darauf hin, dass sich die Inflation dauerhaft bei etwa dem mittelfristigen Ziel des EZB-Rats von 2 Prozent einpendeln werde. Die inlĂ€ndische Inflation bleibe hoch, vor allem weil sich Löhne und Preise in bestimmten Sektoren noch immer mit erheblicher Verzögerung an den vergangenen Inflationsschub anpassen. "Das Lohnwachstum lĂ€sst jedoch wie erwartet nach und die Gewinne dĂ€mpfen die Auswirkungen auf die Inflation teilweise ab", so die EZB. Ihre Geldpolitik sieht die Notenbank laut ErklĂ€rung nun als "deutlich weniger restriktiv, da die Zinssenkungen neue Kredite fĂŒr Unternehmen und Haushalte weniger teuer machen und das Kreditwachstum anzieht". Gleichzeitig entstehe ein Gegenwind fĂŒr die Lockerung der Finanzierungsbedingungen durch frĂŒhere Zinserhöhungen, die sich noch immer auf den Kreditbestand auswirkten, und die Kreditvergabe bleibe insgesamt gedĂ€mpft. "Die Wirtschaft steht weiterhin vor Herausforderungen, und die Experten haben ihre Wachstumsprognosen erneut gesenkt - auf 0,9 Prozent fĂŒr 2025, 1,2 Prozent fĂŒr 2026 und 1,3 Prozent fĂŒr 2027", so die EZB. Die AbwĂ€rtskorrekturen fĂŒr 2025 und 2026 spiegelten geringere Exporte und anhaltende InvestitionsschwĂ€che wider, die teilweise auf hohe handelspolitische Unsicherheit sowie allgemeinere politische Unsicherheit zurĂŒckzufĂŒhren seien. Steigende Realeinkommen und die allmĂ€hlich nachlassenden Auswirkungen frĂŒherer Zinserhöhungen bleiben nach Ansicht der EZB die wichtigsten Treiber fĂŒr die erwartete Belebung der Nachfrage im Laufe der Zeit.

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