Merkel-Berater rÀumt VersÀumnisse in Energiepolitik ein
20.07.2023 - 11:04:37 | dts-nachrichtenagentur.de"Mit dem Wissen von heute hĂ€tte man einiges anders machen sollen", sagte Röller dem Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 08/2023). "Allerdings hĂ€tte vieles davon zu höheren Energiepreisen gefĂŒhrt."
Röller beriet die damalige Bundeskanzlerin zwischen 2011 und 2021 und arbeitet heute wieder als Wirtschaftsprofessor an der Berliner Business School ESMT. Der Ăkonom gab auch zu, dass die Merkel-Regierung im Ausbau erneuerbarer Energien "zu langsam" vorangekommen sei. Es sei im Nachhinein offensichtlich, dass die energiepolitische Strategie "nicht nachhaltig" gewesen sei. Allerdings habe man auch versucht, unabhĂ€ngiger von Russland zu werden und etwa mit Katar ĂŒber GasvertrĂ€ge verhandelt, die dann aber an zu langen Laufzeiten gescheitert seien. Im Bezug auf China mahnte Röller an, die wirtschaftlichen AbhĂ€ngigkeiten zu verringern. Diese seien "viel zu hoch, in einigen Bereichen bei ĂŒber 90 Prozent". Es mĂŒsse dringend diversifiziert werden. "Wir mĂŒssen neue Allianzen bilden, relevante Technologien und Vorprodukte auf dem eigenen Kontinent fördern, KapazitĂ€ten schaffen", so Röller. "Das heiĂt höhere Kosten, Subventionen, Industriepolitik." Ein stĂ€rkeres Eingreifen des Staates sei in der neuen Weltwirtschaftsordnung erforderlich: "Das ist alles gegen die klassische Globalisierung, aber wir sind in einer Notlage."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

