Arbeitsmarkt, Gesundheit

Gesamtmetall-PrÀsident kritisiert hohe KrankenstÀnde

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 00:11 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Deutschland hat nach EinschÀtzung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall objektiv gesehen ein Problem mit dem hohen Krankenstand.Es sei deshalb richtig, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, sagte PrÀsident Udo Dinglreiter dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Gesamtmetall-PrÀsident kritisiert hohe KrankenstÀnde
Ärztehaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Ob hingegen die Krankmeldung ab dem ersten Tag Wirkung entfalte, bleibe abzuwarten. In Unternehmen gebe es hĂ€ufig andere Regelungen dazu, betonte Dinglreiter. Zuvor hatte die schwarz-rote Koalition ihre ReformplĂ€ne vorgestellt, die auch Änderungen bei Krankmeldungen enthalten.

Der Gesamtmetall-Chef lobte an dem Reformpaket, dass der KĂŒndigungsschutz fĂŒr Höchstverdienende reformiert werden soll. "Wobei uns da eine niedrigere Gehaltsgrenze lieber gewesen wĂ€re", ergĂ€nzte er. Auch die womöglich lĂ€ngere Befristung von ArbeitsverhĂ€ltnissen begrĂŒĂŸte Dinglreiter, gleichzeitig pochte er auf eine Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung. Auf Kritik stieß bei ihm, dass sich die Koalitionsspitzen beim Arbeitszeitgesetz nicht auf Änderungen einigten. "Wir erwarten, dass das umgesetzt wird, was im Koalitionsvertrag steht", forderte er.

GrundsĂ€tzlich sei es gut, dass sich die Regierungskoalition ohne Streit auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt habe, so Dinglreiter. Es enthalte viele sinnvolle AnsĂ€tze, die Wirkung entfalten wĂŒrden. Der grĂ¶ĂŸte Wurf seien die Regelungen zum BĂŒrokratieabbau. Auch die Änderungen beim KĂŒndigungsschutz fĂŒr Hochverdienende seien löblich. BegrĂŒĂŸenswert sei zudem die Möglichkeit zur Befristung von ArbeitsverhĂ€ltnissen. Es gebe aber auch Punkte, die deutlich hinter den Erwartungen geblieben seien.

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit sei ein Kernanliegen der Arbeitgeber. Mit der wöchentlichen Höchstarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt und der Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung seien zwei wesentliche Aspekte aber nicht im Reformpaket enthalten. Man erwarte, dass das umgesetzt werde, was im Koalitionsvertrag stehe.

Auf die Frage, ob die Regierung nicht EU-Recht umsetzen mĂŒsse, entgegnete Dinglreiter, man wolle die Vertrauensarbeitszeit erhalten, aber ohne Arbeitszeitaufzeichnung. Das sei nach seiner Interpretation der europĂ€ischen Rechtsprechung zulĂ€ssig und so stehe es auch im Koalitionsvertrag.

Mit Blick auf die Neuregelung bei der Krankschreibung sagte der Gesamtmetall-Chef, man habe objektiv gesehen in Deutschland ein Problem mit dem hohen Krankenstand. Es sei deshalb richtig, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Ob eine Krankmeldung ab dem ersten Tag Wirkung entfalte, bleibe abzuwarten. Zumal es in Unternehmen dazu hĂ€ufig andere Regelungen gebe. Etwas gegen Missbrauch zu tun, sei allerdings mit Sicherheit der richtige Ansatz. Er sei ĂŒberzeugt, dass man sich dem Thema auch innerbetrieblich stellen mĂŒsse.

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