Bundesregierung, Ukraine-Hilfe

Bundesregierung: Ukraine-Hilfe unabhÀngig von Nord-Stream

14.08.2024 - 13:10:58

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse zu dem Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines Ă€ndern nichts an der UnterstĂŒtzung Deutschlands fĂŒr die Ukraine.

Der stellvertretende Regierungssprecher, Wolfgang BĂŒchner, betonte auf Nachfrage von Journalisten in Berlin, "dass hier die Ermittlungen nach Recht und Gesetz gefĂŒhrt werden auch ohne Ansehen der Person und auch völlig unabhĂ€ngig davon, zu welchem Ergebnis solche Ermittlungen fĂŒhren".

Die Ermittlungen hĂ€tten auch keinen Einfluss darauf, ob und in welchem Umfang Deutschland die Ukraine auch in Zukunft unterstĂŒtzen werde. Denn sie Ă€nderten "nichts an der Tatsache, dass Russland einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine fĂŒhrt", fĂŒgte er hinzu.

Die AufklĂ€rung des Sabotageaktes habe fĂŒr die Bundesregierung "höchste PrioritĂ€t", sagte der stellvertretende Regierungssprecher. Ob die polnischen Behörden dabei ausreichend kooperieren, wollte er nicht bewerten.

Die polnische Staatsanwaltschaft hatte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigt, dass sie von der Bundesanwaltschaft im Fall der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee einen EuropĂ€ischen Haftbefehl zur Festnahme eines VerdĂ€chtigen erhalten hat. Bei dem VerdĂ€chtigen handelt es sich demnach um Wolodymyr Z., einen ukrainischen StaatsbĂŒrger, der sich zuletzt in Polen aufhielt. Die Ermittler hĂ€tten ihn jedoch an seinem Wohnort nicht angetroffen, sagte eine Sprecherin der polnischen Generalstaatsanwaltschaft weiter. "Der Mann hat Anfang Juli die Grenze zwischen Polen und der Ukraine ĂŒberquert."

Die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 wurden am 26. September 2022 durch mehrere Sprengungen beschÀdigt und unterbrochen. Die Explosionen wurden in der NÀhe der dÀnischen Ostsee-Insel Bornholm registriert. Wenig spÀter entdeckte man vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen. Durch Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der daraus resultierenden politischen Differenzen noch nicht in Betrieb.

@ dpa.de