Bundesregierung: Orban spricht in Moskau und China nicht in EU-Namen
08.07.2024 - 13:25:20"Die ReisetÀtigkeit, die wir im Augenblick sehen, das tut er als ungarischer MinisterprÀsident", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin.
"Da stehen ihm alle Möglichkeiten offen, aber nicht im Namen der EU oder als EU-RatsprĂ€sident", sagte Hebestreit. FĂŒr die EU sprĂ€chen EU-Chefdiplomat Josep Borrell und EU-RatsprĂ€sident Charles Michel "und niemand anderes".
Ungarn hat am 1. Juli den alle sechs Monate rotierenden EU-Ratsvorsitz ĂŒbernommen.
Bislang kein Treffen Scholz-Orban am Rande des Nato-Gipfels geplant
Auf die Frage, ob es am Rande des am Dienstag in Washington beginnenden Nato-Gipfels ein bilaterales Treffen zwischen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Orban geben werde, sagte Hebestreit, bislang sei dort keine solche Zusammenkunft geplant. Scholz und Orban hĂ€tten unter anderem zuletzt beim jĂŒngsten EU-Gipfel Ende Juni miteinander gesprochen.
AA: In RatsprĂ€sidentschaft nationale Anliegen zurĂŒckstellen
Eine Sprecherin des AuswĂ€rtigen Amts sagte, die Bundesregierung habe an jede EU-RatsprĂ€sidentschaft - nicht nur an die ungarische - die Erwartung, dass man in dieser Rolle nationale Anliegen zurĂŒckstelle. Es sollten also "eben nicht im Namen der EuropĂ€ischen Union nationale Anliegen" vorangebracht werden.
Verwunderung ĂŒber Absage von Ungarn-Besuch Baerbocks
Das AuswĂ€rtige Amt habe mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass der ungarische AuĂenminister Peter Szijjarto einen fĂŒr heute geplanten Besuch von AuĂenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) aus terminlichen GrĂŒnden abgesagt hatte, sagte die Sprecherin. Angesichts der Reise von Orban zum russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin in Moskau "gibt es da sicher GesprĂ€chsbedarf". Einen Nachholtermin gebe es bisher nicht.
Orban hatte sich nach Besuchen in Kiew und Moskau in Peking bei einem ĂŒberraschenden Besuch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping getroffen. Orban schrieb in einem Post auf X, China sei eine "SchlĂŒsselmacht", um Bedingungen fĂŒr einen Frieden in dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu erzeugen.

