Wirtschaftskrise, Finanzindustrie

Inflationsrate von 2,9 Prozent im April bestÀtigt

12.05.2026 - 08:34:37 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als VerÀnderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im April bei 2,9 Prozent.Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt verstÀrkt, nachdem sie im MÀrz bereits bei 2,7 Prozent gelegen hatte, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit.

Erdbeeren im Supermarkt (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Erdbeeren im Supermarkt (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Im Februar hatte sie noch 1,9 Prozent betragen.

So hoch wie im April 2026 war die Inflationsrate zuletzt im Januar 2024 gewesen. "Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstĂ€rkt", sagte Ruth Brand, PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen sei fĂŒr die Verbraucher deutlich spĂŒrbar, erklĂ€rte sie. GegenĂŒber dem Vormonat MĂ€rz 2026 stiegen die Verbraucherpreise im April 2026 um 0,6 Prozent.

Die Preise fĂŒr Energieprodukte insgesamt lagen laut Destatis im April um 10,1 Prozent höher als im April 2025. Wie bereits im Vormonat MĂ€rz (+7,2 Prozent) erhöhten sich die Energiepreise damit deutlich, wĂ€hrend noch im Februar ein PreisrĂŒckgang von -1,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat zu beobachten war. Diese Preisanstiege seien maßgeblich auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und die dadurch ausgelöste Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt zurĂŒckzufĂŒhren, erklĂ€rten die Statistiker.

Besonders deutlich verteuerten sich binnen Jahresfrist im April Kraftstoffe (+26,2 Prozent). Im Vergleich mit frĂŒheren Öl- und Wirtschaftskrisen zeige sich, dass die Preissteigerungen fĂŒr Energieprodukte unmittelbar nach Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich stĂ€rker ausgefallen waren, so das Statistische Bundesamt.

Noch stĂ€rker als Kraftstoffe verteuerte sich im April leichtes Heizöl (+55,1 Prozent gegenĂŒber April 2025) als Teil der Haushaltsenergie. Aufgrund des geringen Anteils von leichtem Heizöl an den Konsumausgaben der privaten Haushalte war Haushaltsenergie insgesamt mit -0,3 Prozent allerdings nach wie vor gĂŒnstiger als im Vorjahresmonat. So blieben Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-3,0 Prozent) und FernwĂ€rme (-1,1 Prozent) gegenĂŒber April 2025 weiterhin gĂŒnstiger. Dies sei unter anderem auf die bereits seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurĂŒckzufĂŒhren, gab das Bundesamt zu bedenken. Die aktuellsten Entlastungen wie die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe wirkten sich jedoch noch nicht aus, da sie erst zum 1. Mai in Kraft traten.

Die Preise fĂŒr Nahrungsmittel lagen im April laut Destatis um 1,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat (MĂ€rz: +0,9 Prozent). Preiserhöhungen im April zeigten sich weiterhin vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen SĂŒĂŸwaren (+6,6 Prozent, darunter Schokoladen: +9,7 Prozent). Teurer wurden auch Fisch, Fischwaren und MeeresfrĂŒchte (+3,7 Prozent), Fleisch und Fleischwaren sowie Obst (beide +3,6 Prozent). Profitieren konnten die Verbraucher von gĂŒnstigeren Preisen fĂŒr Speisefette und Speiseöle (-13,9 Prozent, darunter Butter: -25,4 Prozent; Olivenöl: -8,9 Prozent). Zudem verbilligten sich Kartoffeln (-14,4 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,6 Prozent), wĂ€hrend sich die Preise fĂŒr Eier (+14,6 Prozent) deutlich erhöhten.

Im April 2026 lag die Inflationsrate ohne Energie bei 2,2 Prozent, die Inflationsrate ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug 1,9 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Inflationsrate ohne BerĂŒcksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, hĂ€ufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im April 2026 bei 2,3 Prozent.

Die Preise fĂŒr Waren lagen laut Destatis im April insgesamt um 2,9 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. VerbrauchsgĂŒter verteuerten sich dabei um 4,2 Prozent und GebrauchsgĂŒter um 0,6 Prozent. Neben Energieprodukten (+10,1 Prozent) und Nahrungsmitteln (+1,2 Prozent) wurden auch andere Waren teurer, insbesondere alkoholfreie GetrĂ€nke (+4,1 Prozent, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +11,2 Prozent) und Tabakwaren (+6,2 Prozent). PreisrĂŒckgĂ€nge zeigten sich dagegen unter anderem bei HaushaltsgroßgerĂ€ten (-2,4 Prozent) und GerĂ€ten der Unterhaltungselektronik (-6,1 Prozent).

Die Preise fĂŒr Dienstleistungen insgesamt stiegen dem Statistikern zufolge im April um 2,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat. Damit lag die Teuerung fĂŒr Dienstleistungen knapp unterhalb der Gesamtteuerung. Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 Prozent) sowie die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 Prozent).

Auch die Preise fĂŒr die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,0 Prozent), Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+3,9 Prozent), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung sowie GaststĂ€ttendienstleistungen (beide +3,2 Prozent) waren im April 2026 deutlich höher als ein Jahr zuvor. Bedeutsam fĂŒr die Preisentwicklung insgesamt blieben im April 2026 die Nettokaltmieten mit +1,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat. Nur wenige Dienstleistungen waren gĂŒnstiger als im Vorjahresmonat, darunter Pauschalreisen (-3,5 Prozent).

GegenĂŒber MĂ€rz stieg der Verbraucherpreisindex im April nach Angaben des Bundesamts um 0,6 Prozent. Die Energiepreise stiegen infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten binnen Monatsfrist erneut um 2,1 Prozent (MĂ€rz gegenĂŒber Februar: +7,7 Prozent). Insbesondere beim Kauf von leichtem Heizöl (+4,7 Prozent) und Kraftstoffen (+4,3 Prozent, darunter Dieselkraftstoff: +6,1 Prozent) mussten die Verbraucher einen spĂŒrbaren Preisanstieg hinnehmen.

Die Nahrungsmittelpreise insgesamt stiegen mit 0,4 Prozent moderat. Teurer waren hier zum Beispiel frisches GemĂŒse (+4,4 Prozent) und Kartoffeln (+3,3 Prozent), gĂŒnstiger hingegen wurde vor allem frisches Obst (-1,0 Prozent). Auch Flugtickets (-3,2 Prozent) und Pauschalreisen (-2,9 Prozent) wurden im April gĂŒnstiger gegenĂŒber MĂ€rz.

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