Stimmung, Firmen

Stimmung europÀischer Firmen in China erreicht Tiefpunkt

28.05.2025 - 08:07:52

Die Stimmung unter europÀischen Firmen in China ist einer Umfrage zufolge auf einem Tiefpunkt.

Nur noch 29 Prozent der Unternehmen sind hinsichtlich ihrer Wachstumsaussichten in der Volksrepublik fĂŒr die kommenden zwei Jahre optimistisch, wie die GeschĂ€ftsklimaumfrage der Handelskammer der EuropĂ€ischen Union in China ergab.

Die US-Zölle, aber auch Entwicklungen in der EU hÀtten zur Verunsicherung beigetragen, sagte KammerprÀsident Jens Eskelund in Peking. "Diese UnbestÀndigkeit, die dem GeschÀft so sehr schadet, macht es schwierig, optimistisch zu bleiben", sagte der DÀne.

Damit hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um drei Prozentpunkte eingetrĂŒbt. FĂŒr 2024 gaben fast drei Viertel der Firmen an, ihr GeschĂ€ft in China sei schwieriger geworden.

Warum sinkt die Hoffnung der EU-Firmen?

Die Planbarkeit und VerlĂ€sslichkeit des Marktes hatten China laut Eskelund attraktiv gemacht, und Firmen verdienten dort gutes Geld. "Aber es scheint, die Tage hoher Profite und sich fĂŒllender Bankkonten mit wenig MĂŒhe sind vorbei." Firmen mĂŒssten hĂ€rter fĂŒr ihr Geld arbeiten, sagte er.

Von den 503 an der Umfrage beteiligen Firmen sorgen sich die meisten um die wirtschaftliche Lage Chinas. Die Nachfrage bleibt schwach, auch als Folge der Krise in dem fĂŒr die Wirtschaftsleistung wichtigen Immobiliensektor. Verbraucher konsumieren zu wenig. Denn wenn Wohnungen an Wert verlieren, neigen ihre Besitzer mitunter zum Sparen.

Hinzu kommt, dass Chinas Firmen zur stĂ€rkeren Konkurrenz werden und in vielen Branchen ein erbitterter Preiskampf herrscht, der auf die Gewinne drĂŒckt. Pekings "hĂ€ufige und undurchsichtige" Änderungen von Regelungen verunsichern die Firmen laut der Kammer zusĂ€tzlich. FĂŒr einige Unternehmen erschwere zusĂ€tzlich eine "Politisierung" ihrer Branche das GeschĂ€ft.

Welche Branchen sind betroffen?

Laut der Interessenvertretung von knapp 1.700 Mitgliedern sehen fast alle Branchen Probleme fĂŒr ihr GeschĂ€ft. Im Bereich Kosmetik waren demnach alle antwortenden Firmen dieser Ansicht, auch wegen der schwachen Nachfrage. Dahinter folgte das Bauwesen, wo die Immobilienkrise und hohe Schulden der Lokalregierungen Schwierigkeiten bereiten.

Auch die Autoindustrie, die petrochemische Industrie, der Bereich IT und Telekommunikation, sowie die Nahrungsmittel- und GetrÀnkebranche seien betroffen. Lediglich die Luftfahrtbranche, in der China bislang noch deutlich von auslÀndischen Firmen abhÀngig ist, sah kaum VerÀnderung.

Was hat der Zollstreit mit den USA damit zu tun?

Die EU-Handelskammer befragte ihre Mitglieder zwischen Januar und Februar. Der Zeitraum lag damit vor der Eskalation des Handelsstreits zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft der Welt im April und der Einigung Washingtons und Pekings im Mai, die Zölle von bis dato 145 Prozent beziehungsweise 125 Prozent vorĂŒbergehend zu senken.

Doch ein großes Problem bleibt: die Exportkontrollen auf seltene Erden und Magnete, die China im April im Zuge des Handelsstreits mit den USA einfĂŒhrte. "Das hat echte, sofortige und tiefgreifende Auswirkungen auf viele europĂ€ische Firmen", sagte Eskelund. Noch in dieser Woche könnte Firmen in Europa, deren BestĂ€nde zur Neige gingen, ein Produktionsstopp drohen und hohe Kosten verursachen.

China bearbeite die komplizierten AntrĂ€ge zur Ausfuhr der wichtigen Rohstoffe nicht schnell genug, sagte Eskelund. Ihm zufolge beweist das, dass Europa sein Risiko einer AbhĂ€ngigkeit von China mindern mĂŒsse.

Wie regieren die Firmen auf die Lage in China?

EU-Unternehmen werden vorsichtiger. Nicht einmal jede vierte von zehn Firmen will in China in diesem Jahr weiter investieren, wie die Umfrage zeigt - ein Rekordtief. Zudem plant rund die HĂ€lfte Kostensenkungen, was der Kammer zufolge in vielen FĂ€llen Stellenabbau bedeutet.

Die Investitionen fließen stattdessen nach Europa. Mehr Unternehmen passen zudem ihre Lieferketten zum Schutz vor geopolitischen Risiken an. Viele lokalisieren ihr GeschĂ€ft und produzieren in China fĂŒr China. Andere Firmen verlagern ihre Lieferketten in Teilen nach Europa oder SĂŒdostasien.

@ dpa.de