Hessen, Deutschland

Unicredit nähert sich Mehrheit bei Commerzbank

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 09:40 Uhr, dpa.de

Die Unicredit hat mit Ablauf ihres Übernahmeangebots ihren Anteil an der Commerzbank weiter aufgestockt. Eine Mehrheit an den Dax-Konzern ist nicht mehr fern. Wie geht es nun weiter?

  • Wird die Commerzbank von der Unicredit geschluckt? (Archivbild) - Bild: Michael Brandt/dpa
    Wird die Commerzbank von der Unicredit geschluckt? (Archivbild) - Bild: Michael Brandt/dpa
  • Wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen eine Übernahme: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
    Wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen eine Übernahme: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
  • Unicredit-Chef Andrea Orcel lässt nicht locker. (Archivbild) - Bild: Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa
    Unicredit-Chef Andrea Orcel lässt nicht locker. (Archivbild) - Bild: Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Wird die Commerzbank von der Unicredit geschluckt? (Archivbild) - Bild: Michael Brandt/dpa Wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen eine Übernahme: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa Unicredit-Chef Andrea Orcel lässt nicht locker. (Archivbild) - Bild: Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Die Unicredit kommt einer Mehrheit bei der Commerzbank näher. Das Übernahmeangebot der Italiener wurde bis Ablauf am 3. Juli für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen, teilte die Unicredit mit. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Großbank aus Mailand schon vor der Offerte hielt, steigt der direkte Unicredit-Anteil an der Commerzbank damit auf gut 44 Prozent. 

Zudem haben die Italiener über Kaufoptionen zusätzlich Zugriff auf mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien und kämen so nach eigenen Angaben auf mehr als 47 Prozent. 

Nur knapp an Mehrheit vorbeigeschrammt

Die Unicredit erklärte, das Ergebnis übertreffe die eigenen Erwartungen deutlich. Der Anteil von 47,59 Prozent entspreche 49,65 Prozent der Stimmrechte der Commerzbank, da die eigenen Aktien der Commerzbank nicht stimmberechtigt seien und würde ebenfalls auf dieses Niveau steigen, sobald die Commerzbank ihre eigenen Aktien zurückkaufe. 

Die Unicredit sei weiter bestrebt, «konstruktiv» mit allen relevanten Stakeholdern zusammenzuarbeiten und zugleich die nötigen regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Prozesse voranzutreiben.

Noch Hürden bis zu einer Übernahme

Die Unicredit kann nun an der Börse weitere Commerzbank-Aktien kaufen, steht dabei aber unter Beobachtung der Finanzaufsicht. Mit dem aufgestockten Anteil ist eine Commerzbank-Übernahme wahrscheinlicher geworden. 

Mit Stand 19. Juni hatte die Unicredit bereits einen Anteil von rund 40 Prozent an der Commerzbank gemeldet plus Finanzinstrumente. Schon zuletzt hatte die Unicredit mit einer Absetzung des Commerzbank-Managements auf der nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2027 gedroht, sollte sie genug Aktionäre hinter sich bringen.

Damit eine Übernahme kommt, müssten aber nicht nur weitere Commerzbank-Aktionäre ihre Anteile verkaufen, sondern auch die Aufsichtsbehörden zustimmen, allen voran die Bankenaufsicht der Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Wettbewerbshüter der EU-Kommission.

Einfluss nach und nach ausgebaut

Die Unicredit, die im September 2024 bei der Commerzbank eingestiegen war, hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot vorgelegt. Sie bot 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Umgerechnet lag die Offerte der Unicredit lange unter dem Kurs der Commerzbank-Aktien. Zuletzt wurde das Angebot der Italiener aber mit dem deutlich gestiegenen Aktienkurs der Unicredit attraktiver.

Unicredit-Chef Andrea Orcel will mit einer Übernahme der Commerzbank eine europäische Großbank schmieden, auch als Gegengewicht zu den US-Häusern. Er sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus von 7.000 Stellen bei der Commerzbank. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt eine Übernahme ebenso ab wie der Bund.

de | wirtschaft | 69721036 |

Weitere Meldungen

Unicredit nähert sich Mehrheit an Commerzbank - Bund dagegen. Die will sich Gesprächen nicht verschließen. Eine Übernahme von Deutschlands zweitgrößter Privatbank wird realistischer: Die Unicredit hat mit ihrem Angebot ihren Anteil an der Commerzbank ausgebaut. (Wirtschaft, 08.07.2026 - 13:28) weiterlesen...

Klopps Konjunktiv und Pommes in der Pressebox. Die konkreten Verhandlungen um den Bundestrainer-Posten sollen beginnen. Es ist auch höchste Zeit, findet der Top-Kandidat. Jürgen Klopp wartet auf die DFB-Delegation in den USA. (Sport, 08.07.2026 - 13:04) weiterlesen...

2014er-Weltmeister in der Pflicht? So planen Hummels und Co. Nach dem blamablen WM-Aus der DFB-Elf nimmt Rudi Völler auch die 2014er-Weltmeister in die Pflicht. (Sport, 08.07.2026 - 10:00) weiterlesen...

Anonymer Gönner spendiert Kindern freies Freibad 5.000 Euro für freien Badespaß: Ein Schwimm-Fan will Kindern unvergessliche Ferien schenken - und teilt seine Freude am Schwimmen mit ihnen. (Unterhaltung, 08.07.2026 - 08:42) weiterlesen...

Völler will 2014-Weltmeister beim DFB: «Auch in der Pflicht». Für die Zukunft nimmt er die 2014er-Weltmeister in die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht schon mit ihm. Rudi Völler will bis zur EM 2028 als DFB-Sportdirektor weitermachen. (Sport, 08.07.2026 - 05:12) weiterlesen...

Völler macht als Sportdirektor weiter: Gesamtpaket passt. Das signalisiert der 66-Jährige nach vielen Gesprächen - auch mit dem designierten Bundestrainer. Rudi Völler will aktiv zum Wiederaufbau der Nationalmannschaft nach dem nächsten WM-Flop beitragen. (Politik, 07.07.2026 - 17:07) weiterlesen...