ROUNDUP, USA

USA kĂŒndigen 40-Prozent-Zoll auf Brasilien-Importe an

31.07.2025 - 06:35:04

Die USA wollen als Reaktion auf die strafrechtliche Verfolgung gegen Brasiliens Ex-PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro hohe Zölle gegen Importe aus dem sĂŒdamerikanischen Land verhĂ€ngen.

Ab kommenden Mittwoch sollen 40 Prozent auf eine Vielzahl von brasilianischen Produkten zusĂ€tzlich zu bestehenden Zöllen aufgeschlagen werden, wie aus einem entsprechenden Dekret hervorging. "Die jĂŒngsten Maßnahmen, Praktiken und Aktionen der brasilianischen Regierung bedrohen die nationale Sicherheit, die Außenpolitik und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten", hieß es zur BegrĂŒndung.

Seit Anfang April erheben die Vereinigten Staaten 10 Prozent auf Brasilien-Importe. Bereits Wochen zuvor hatte US-PrĂ€sident Donald Trump Zölle ab dem 1. August in Höhe von 50 Prozent angedroht und diese mit angeblichen wirtschaftlichen Ungleichgewichten begrĂŒndet. Eine Anfrage beim Weißen Haus blieb zunĂ€chst unbeantwortet, ob die im Raum stehenden Zölle kombiniert werden oder ob es letztendlich weiterhin bei 50 Prozent bleibt.

Und nicht alle Importe aus Brasilien sind betroffen: Unter anderem Orangensaft, Zivilflugzeuge und -teile und DĂŒngemittel sind unter den Ausnahmen aufgefĂŒhrt.

Brasiliens PrÀsident Lula: Angriff auf SouverÀnitÀt

Brasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva ĂŒbte scharfe Kritik. Die brasilianische Regierung halte es fĂŒr "ungerechtfertigt", dass politische Argumente zur Rechtfertigung wirtschaftlicher Strafmaßnahmen herangezogen wĂŒrden. Der Schritt stelle einen Angriff auf die SouverĂ€nitĂ€t Brasiliens dar und gefĂ€hrde das historisch gewachsene VerhĂ€ltnis beider LĂ€nder. Es wĂŒrden Gegenmaßnahmen geprĂŒft.

US-Regierung sanktioniert brasilianischen Bundesrichter

Am Mittwoch hatte die US-Regierung zudem Sanktionen gegen den brasilianischen Bundesrichter Alexandre de Moraes verhĂ€ngt. US-Finanzminister Scott Bessent warf Moraes vor, eine "rechtswidrige Hexenjagd" gegen US- und brasilianische BĂŒrger sowie Unternehmen zu fĂŒhren, darunter auch gegen Ex-PrĂ€sident Bolsonaro. Moraes werden Zensur, willkĂŒrliche Festnahmen und politisch motivierte Strafverfolgung vorgeworfen. Hintergrund sind unter anderem Sperrungen von Social-Media-Konten und die zeitweise Blockade der Plattform X in Brasilien. Die Sanktionen umfassen unter anderem das Einfrieren möglicher Vermögenswerte von Moraes in den USA.

Brasilianische Diplomaten sehen darin eine Eskalation der Spannungen und einen Versuch Washingtons, politischen Druck zugunsten Bolsonaros auszuĂŒben. Der rechte Ex-PrĂ€sident ist wegen seiner Rolle bei einem versuchten Staatsstreich nach seiner Wahlniederlage 2022 angeklagt.

@ dpa.de