MĂ€nner, Kitas

Immer mehr MĂ€nner arbeiten in Kitas

24.01.2024 - 08:57:48

Die Zahl der pÀdagogisch tÀtigen Personen in Kindertageseinrichtungen ist in den vergangenen zehn Jahren um 51 Prozent gestiegen.

Rund 702.200 BetreuungskrĂ€fte arbeiteten zum 1. MĂ€rz 2023 in Kindertageseinrichtungen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte. Im Jahr 2013, als der Rechtsanspruch auf Betreuung fĂŒr ein- bis dreijĂ€hrige Kinder in Kraft trat, waren noch 465.000 Personen pĂ€dagogisch tĂ€tig. Die Zahl der betreuten Kinder in Tageseinrichtungen ist im selben Zeitraum um 22 Prozent gestiegen - von 3,21 Millionen im Jahr 2013 auf 3,93 Millionen in 2023.

Der Anstieg ist vor allem auf den Ausbau der Betreuung unter DreijĂ€hriger zurĂŒckzufĂŒhren: 721.600 Kinder unter drei Jahren wurden zuletzt in Tageseinrichtungen betreut, das waren 43 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor (503.900). Obwohl die Zahl der pĂ€dagogischen BetreuungskrĂ€fte binnen zehn Jahren stĂ€rker gestiegen ist als die Zahl der betreuten Kinder, gilt die Personalsituation in vielen Kitas als angespannt. Das liegt unter anderem am stĂ€rkeren Anstieg der Zahl unter DreijĂ€hriger in Betreuung, die eine intensivere Betreuung brauchen als Ă€ltere Kinder. So kamen 2022 in Gruppen mit Kindern unter drei Jahren auf eine Betreuungskraft im Schnitt 4,0 Kinder, in Gruppen ab drei Jahren bis zum Schuleintritt waren es fast doppelt so viele Kinder pro Betreuungskraft (7,8). Ein weiterer Grund fĂŒr die personelle Notlage vieler Kitas dĂŒrfte darin liegen, dass der Anteil der Kita-BetreuungskrĂ€fte in Vollzeit vergleichsweise gering ist: 66 Prozent des pĂ€dagogischen Kita-Personals im Jahr 2023 arbeiteten weniger als 38,5 Stunden pro Woche (2013: 65 Prozent). In der Tagespflege waren 2023 rund 41.200 TagesmĂŒtter und TagesvĂ€ter tĂ€tig, sechs Prozent weniger als im Jahr 2013. Dagegen nahm die Zahl der betreuten Kinder in der öffentlich geförderten Tagespflege im selben Zeitraum um 19 Prozent auf 166.700 zu. Darunter waren 135.500 Kinder unter drei Jahren (+43 Prozent gegenĂŒber 2013). Im MĂ€rz 2023 waren sechs Prozent des pĂ€dagogischen Kita-Personals noch in einer Berufsausbildung. GegenĂŒber 2013 hat sich die Zahl des noch in Ausbildung befindlichen pĂ€dagogischen Personals mehr als vervierfacht (+360 Prozent): auf 40.200 Personen. Das ist ein Grund dafĂŒr, dass die pĂ€dagogisch tĂ€tigen Personen in Kitas vergleichsweise jung sind. Gut 40 Prozent von ihnen waren im MĂ€rz 2023 jĂŒnger als 35 Jahre, rund 16 Prozent waren dagegen 55 Jahre oder Ă€lter. Zum Vergleich: Laut Mikrozensus 2022 waren gut 30 Prozent der ErwerbstĂ€tigen insgesamt jĂŒnger als 35 Jahre und rund 26 Prozent waren 55 Jahre oder Ă€lter. Im Jahr 2022 schlossen rund 53.100 Menschen eine Ausbildung als Erzieher, als Sozialassistent oder als sozialpĂ€dagogischer Assistent bzw. Kinderpfleger ab. FĂŒr Schleswig-Holstein liegt die Zahl der Absolventen der drei hĂ€ufigsten Erziehungsberufe im Jahr 2022 nicht vor. Im Jahr 2012 hatten bundesweit inklusive Schleswig-Holstein noch 42.700 Absolventen eine Ausbildung in einem der drei hĂ€ufigsten Erziehungsberufe abgeschlossen. Dabei bildet ein Ausbildungsabschluss als Sozialassistent in der Regel die Basis fĂŒr eine Laufbahn in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens, in einigen BundeslĂ€ndern ist der Abschluss Voraussetzung fĂŒr die weiterfĂŒhrende Ausbildung als Erzieher sowie als Heilerziehungspfleger. In den genannten Erziehungsberufen absolvieren deutlich mehr Frauen als MĂ€nner eine Ausbildung. Der MĂ€nneranteil ist in den vergangenen zehn Jahren jedoch gestiegen. Unter den Absolventen in den drei hĂ€ufigsten erzieherischen Ausbildungsberufen nahm der MĂ€nneranteil von knapp 14 Prozent im Jahr 2012 auf knapp 18 Prozent im Jahr 2022 zu. Zu den AusbildungsabschlĂŒssen hierzulande kommen solche hinzu, die im Ausland erworben und in Deutschland als vollstĂ€ndig oder eingeschrĂ€nkt gleichwertig anerkannt werden können. 2.232 Verfahren zur Anerkennung eines auslĂ€ndischen Berufsabschlusses als Erzieher gab es im Jahr 2022. Davon wurden 1.509 positiv, 477 negativ und 123 noch nicht beschieden. Weitere 123 Verfahren wurden ohne Bescheid beendet. Der Abschluss als Erzieher zĂ€hlt zu den Top 10 in der Rangliste der Berufe mit den meisten Anerkennungsverfahren auslĂ€ndischer AbschlĂŒsse, so das Bundesamt.

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