NRW, Umweltschutz

Hitzewelle kostet deutsche Wirtschaft mindestens 6,3 Milliarden Euro

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 14:08 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die zweiwöchige Hitzeperiode Ende Juni kostete die deutsche Wirtschaft mindestens 6,3 Milliarden Euro.

Hitzewelle kostet deutsche Wirtschaft mindestens 6,3 Milliarden Euro
Bauarbeiter auf einer Baustelle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) unter Berufung auf eine Berechnung des Beratungsunternehmens Prognos. Den grĂ¶ĂŸten Anteil trug das verarbeitende Gewerbe mit rund 1,9 Milliarden Euro, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Handel.

Die Analyse beziffert erstmals die volkswirtschaftlichen SchĂ€den einer kurzen Hitzeperiode fĂŒr einzelne Branchen. Nach Angaben von Prognos entstehen 97 Prozent der SchĂ€den durch eine sinkende ProduktivitĂ€t der BeschĂ€ftigten, nicht durch MaschinenausfĂ€lle oder Lieferkettenprobleme. Prognos-Experte Lukas Sander sagte der Zeitung, die 6,3 Milliarden Euro seien sogar noch eher eine Untergrenze. Weitere Kosten etwa durch höhere Energiepreise seien in der Berechnung noch nicht erfasst.

Der PrĂ€sident des Wuppertal Instituts fĂŒr Klima, Umwelt und Energie, Manfred Fischedick, sieht in den Ergebnissen ein Warnsignal fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland. Man diskutiere intensiv ĂŒber WettbewerbsfĂ€higkeit und Konkurrenz aus China, sagte er dem "Handelsblatt". Gleichzeitig verliere man in den Sommermonaten immer hĂ€ufiger ProduktivitĂ€t durch Hitze. Diese beiden Debatten gehörten zusammen. Deutschland sei auf hĂ€ufigere Hitzewellen bislang nicht ausreichend vorbereitet.

Experten warnen vor deutlich höheren SchĂ€den in den kommenden Jahren. Bei drei bis vier vergleichbaren Hitzewellen pro Jahr könnten wirtschaftliche SchĂ€den von mehr als 20 Milliarden Euro jĂ€hrlich entstehen. Die Infrastruktur in Deutschland sei auf solche Temperaturen nicht ausgelegt. Mehrere Unternehmen bestĂ€tigten der Zeitung zusĂ€tzliche Kosten durch KĂŒhlung, angepasste Arbeitszeiten und Schutzmaßnahmen fĂŒr BeschĂ€ftigte.

Hitzewellen werden durch die menschengemachte ErderwĂ€rmung stĂ€rker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstĂ€rkt, solange zusĂ€tzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in die AtmosphĂ€re gebracht werden.

Laut einer Analyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) wĂ€ren die Temperaturen der Hitzewelle Ende Juni 2026 noch im Jahr 1976 "praktisch unmöglich" und auch zu jeder anderen Jahreszeit höchst unwahrscheinlich gewesen. Im Jahr 2003, als die erste große Hitzewelle dieses Jahrhunderts auftrat, wĂ€ren solche Tageshöchsttemperaturen noch sehr selten gewesen. Nachttemperaturen wie in diesem Juni wĂ€ren 2003 mehr als hundertmal unwahrscheinlicher gewesen.

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