Lieferketten-Sicherheit, Fabrikbrände

Lieferketten-Sicherheit: Zwei Fabrikbrände in einer Woche fordern 28 Tote

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 14:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Oberster Gerichtshof Pakistans kassiert Todesurteile im Fall des verheerenden Kik-Lieferantenbrandes von 2012.

Pakistan: Todesstrafen fĂĽr Fabrikbrand mit 259 Toten aufgehoben
Ein verkohltes StĂĽck Textilstoff liegt auf einem dunklen Hintergrund, mit verschwommenen Industrieanlagen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Mitte Juli kassierte der Oberste Gerichtshof Pakistans die Todesstrafen für zwei Angeklagte des verheerenden Brandes in der Textilfabrik Ali Enterprises. Das Unglück in Karatschi forderte 2012 insgesamt 259 Menschenleben – einer der schwersten Industrieunfälle des Landes. Die Fabrik produzierte damals für den deutschen Textildiscounter Kik.

Entschädigungen und juristische Kämpfe

Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der langjährigen Aufarbeitung des Falls. Kik betonte stets, keine rechtliche Verantwortung zu tragen, zahlte aber freiwillig über sechs Millionen US-Dollar Entschädigung. Eine Zivilklage auf Schmerzensgeld vor dem Landgericht Dortmund scheiterte 2019 – das Gericht verwies auf die Verjährung nach pakistanischem Recht.

Brandserie in globalen Lieferketten

Die Diskussion um Arbeitssicherheit in Schwellenländern erhält neue Nahrung. Am 9. Juli 2026 brannte die Schuhfabrik Fujian Jinjiang HuiTeng in China – 28 Menschen starben, 239 Personen waren im Gebäude. Blockierte Fluchtwege und leicht brennbare Materialien sollen die Katastrophe begünstigt haben. Frühere Inspektionen hatten Mängel aufgedeckt, die offenbar nicht behoben wurden.

Nur eine Woche später, am 15. Juli 2026, brach in Itajaí, Brasilien, ein Großbrand im Rohmateriallager der AMC Têxtil-Fabrik aus. Die Löscharbeiten dauerten 15 Stunden, Verletzte gab es nach ersten Berichten nicht.

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Deutsche Justiz: Brandstiftung und Betrug

Auch Deutschland beschäftigen Brandfälle. Das Landgericht Lübeck verurteilte am 15. Juli 2026 einen Mann wegen Brandstiftung zu fünf Jahren und neun Monaten Haft. In Bad Bodenteich legte der Eigentümer einer Brandruine Revision beim Bundesgerichtshof ein. Das Landgericht Stade hatte ihn zu drei Jahren und neun Monaten wegen versuchten Betruges verurteilt – ein Brand im November 2022 sollte offenbar Versicherungsleistungen erschleichen. Der BGH entscheidet in sechs bis zwölf Monaten.

In Osnabrück nahm die Polizei am 9. Juli 2026 einen 37-Jährigen wegen versuchten Mordes fest. Er soll vorsätzlich Feuer im Keller einer Wohneinrichtung gelegt haben – 32 Bewohner mussten evakuiert werden.

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Kritik an pakistanischer Justiz

Die Aufhebung der Todesstrafen reiht sich in eine Serie umstrittener Urteile ein. Am 15. Juli 2026 hob das Gericht auch die Todesstrafen für drei Männer auf, die 2014 an der Tötung eines christlichen Ehepaars beteiligt gewesen sein sollen. Menschenrechtsorganisationen und Kirchenvertreter sehen ein Muster der Straflosigkeit.

Ein Anti-Terror-Gericht in Faisalabad verurteilte dagegen am 13. Juli 2026 einen Mann zu zehn Jahren Haft – er war an der Zerstörung von Kirchen während Ausschreitungen im August 2023 beteiligt. Zwölf Mitangeklagte sprach das Gericht mangels Beweisen frei.

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