Druckindustrie, Beschäftigte

Druckindustrie: ver.di fordert sieben Prozent für 99.000 Beschäftigte

05.07.2026 - 12:05:15 | boerse-global.de

Gewerkschaft verlangt deutliche Gehaltssteigerung für rund 99.000 Beschäftigte. Erste Verhandlungsrunde startet Anfang Juli in Berlin.

ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn für Druckindustrie
Druckindustrie - Nahaufnahme einer Druckmaschinenwalze mit Lichtreflexionen, die Industrie und Verhandlungen symbolisiert. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

di hat ihre Forderungen für die Tarifrunde in der Druckindustrie präzisiert. Zum Auftakt der Verhandlungen verlangt sie für die rund 99.000 Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sieben Prozent. Die erste Runde ist für den 6. Juli in Berlin angesetzt.

Friedenspflicht läuft Ende August aus

Das aktuelle Lohnabkommen soll zum 31. Juli gekündigt werden. Bis zum 31. August gilt noch eine Friedenspflicht – Arbeitskampfmaßnahmen sind bis dahin ausgeschlossen. ver.di betont die Notwendigkeit eines deutlichen Reallohnzuwachses für die Beschäftigten.

Auf Arbeitgeberseite gibt es einen neuen Verhandlungsführer: Dr. Bertram Stausberg wurde am 30. Juni zum Präsidenten des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) gewählt.

Branche unter Druck: Pleiten und Schließungen

Die Tarifgespräche fallen in eine schwierige Phase für die Druck- und Papierindustrie. Mehrere Unternehmen kämpfen mit strukturellen Veränderungen:

  • Julius Schulte beendete Ende Juni die Papierproduktion am Standort Bilk
  • Schleipen Paper beantragte am 30. Juni ein Insolvenzverfahren
  • Druckdienstleister Walstead kündigte die Schließung seines Standorts in Gotha an
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Gleichzeitig gibt es Konsolidierungsbewegungen. Dunapack Packaging übernahm zum 1. Juli deutsche Verpackungswerke von Stora Enso. Kimberly-Clark und Suzano starteten ein Joint Venture. Der Zellstoffproduzent Mercer plant für September eine Produktionseinschränkung in Rosenthal. Zudem erhöhte Koehler Paper die Preise für Recyclingpapiere.

Teil einer größeren Tarifwelle

Die Forderungen in der Druckindustrie reihen sich in eine Serie von Tarifkonflikten ein. Im Einzel- und Großhandel kam es in den vergangenen Tagen zu bundesweiten Warnstreiks. In Hamburg, Stuttgart und Nürnberg legten Hunderte Beschäftigte die Arbeit nieder. Betroffen waren Filialen von H&M, Ikea, Metro und Kaufland. Auch dort fordert ver.di sieben Prozent mehr Lohn oder feste Sockelbeträge.

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Für die Hafenbeschäftigten in Hamburg und Norddeutschland verlangt die Gewerkschaft sogar 8,2 Prozent mehr. Die erste Verhandlungsrunde ist für den 22. Juli angesetzt. Ob in der Druckindustrie eine schnellere Einigung gelingt, wird sich in Berlin zeigen.

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