Kreuzschmerzen, Melatonin

Kreuzschmerzen: Melatonin wirkt wie Paracetamol, MBSR zeigt Grenzen

05.07.2026 - 12:10:56 | boerse-global.de

Zwei aktuelle Studien zeigen: Achtsamkeitstraining und Melatonin lindern chronische Kreuzschmerzen, ersetzen aber keine Standardtherapie.

Studien: Achtsamkeit und Melatonin gegen chronische Kreuzschmerzen
Kreuzschmerzen - Eine Person praktiziert Achtsamkeitstraining in einem hellen Physiotherapiestudio, um Rückenschmerzen zu lindern. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Achtsamkeitstraining und Melatonin könnten die Behandlung ergänzen – mit klaren Grenzen.

Achtsamkeit: Wirksam, aber nicht das Wundermittel

Eine randomisierte Studie im Fachjournal JAMA Internal Medicine untersuchte die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) bei Rückenschmerzen. Das Programm kombiniert Yoga und Meditation.

Das Ergebnis: Die Teilnehmer berichteten über messbare Linderung ihrer Beschwerden. Allerdings blieb die Wirkung hinter den Erwartungen der Forscher zurück.

In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen MBSR bereits als Prävention oder Ergänzungstherapie. Doch die Umsetzung hakt: „Entsprechende Kurse sind außerhalb von Ballungszentren kaum verfügbar", so Experten.

Melatonin: Schmerzlinderung auf dem Niveau von Paracetamol

Ein systematischer Review der University of Sydney liefert parallel neue Daten. Die Metaanalyse, veröffentlicht im Fachjournal Pain, wertete 23 Studien mit 2028 Teilnehmenden aus.

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Die Ergebnisse: Melatonin senkt Schmerzen am Bewegungsapparat um durchschnittlich neun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Bei besonders hochwertigen Studien lag der Wert sogar bei zehn Punkten.

Damit ist die Wirkung vergleichbar mit Paracetamol, NSAR oder leichten Opioiden.

Kein Ersatz, aber eine sinnvolle Ergänzung

Fachleute betonen: Melatonin ersetzt keine herkömmlichen Schmerzmittel. Der große Vorteil liegt woanders: „Die verbesserte Schlafqualität entlastet besonders Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen."

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In den Studien kam Melatonin meist in einer Dosierung von 3 Milligramm pro Tag zum Einsatz – die Spanne reichte von 3 bis 10 Milligramm. Eine optimale Dosis ließ sich nicht ableiten.

Als Nebenwirkungen traten in geringem Umfang Übelkeit, Benommenheit und Kopfschmerzen auf. Mediziner raten dringend: Keine Selbstmedikation ohne ärztliche Rücksprache.

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