E-Auto-Förderung, Tesla

E-Auto-Förderung: Tesla kassiert Millionen, VW geht leer aus

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 00:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Tesla und chinesische Hersteller kassieren die meisten Fördergelder, wĂ€hrend Volkswagen trotz hoher Verkaufszahlen zurĂŒckliegt.

Tesla und chinesische Marken dominieren bei neuer E-Auto-PrÀmie
Eine Hand hĂ€lt eine Lupe ĂŒber einem Stapel Euro-Banknoten, im Hintergrund verschwommen Elektroautos, die Subventionen symbolisieren. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Deutsche Hersteller gehen trotz hoher Verkaufszahlen leer aus.

Seit dem 19. Mai 2026 können KĂ€ufer die neue Förderung beantragen. Über 80.000 AntrĂ€ge sind bisher eingegangen. Bis Ende Juni flossen 53,9 Millionen Euro – das sind gerade mal 1,8 Prozent des Gesamtbudgets von drei Milliarden Euro.

Tesla fĂŒhrt, Volkswagen abgeschlagen

Die Statistik zeigt eine klare Hierarchie. Tesla belegt mit 2.086 bewilligten AntrĂ€gen Platz eins. Dahinter folgen Ć koda (1.197) und Renault (784). Volkswagen landet mit nur 593 Förderungen auf Rang acht – noch hinter dem chinesischen Hersteller Leapmotor mit 613 AntrĂ€gen.

Das Problem? Volkswagen verkaufte im selben Zeitraum rund 50.000 Elektroautos in Deutschland. Leapmotor nur 7.800. Der Grund liegt in den Förderrichtlinien: Die PrÀmie von bis zu 6.000 Euro ist an eine Einkommensgrenze von maximal 80.000 Euro pro Jahr gebunden. Das trifft offenbar bestimmte KÀufergruppen hÀrter.

Chinesische Konkurrenz drÀngt nach Europa

Der Druck durch Importe wĂ€chst. Zwar betont das Umweltministerium, dass weniger als 15 Prozent der AntrĂ€ge auf chinesische Modelle entfallen. Doch die Marktdaten sprechen eine andere Sprache: BYD, MG und XPeng halten bereits ĂŒber zehn Prozent des europĂ€ischen E-Auto-Marktes.

Im ersten Halbjahr 2026 haben sich die Neuzulassungen chinesischer E-Autos in der EU verdoppelt. Der Kostenvorteil liegt bei 20 bis 30 Prozent – ein chinesisches Modell kann vergleichbare deutsche Fahrzeuge um bis zu 11.000 Euro unterbieten.

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Deutsche Hersteller verlieren in China

Gleichzeitig bricht der Absatz deutscher Autobauer auf dem wichtigsten Auslandsmarkt ein. Im ersten Halbjahr sanken die VerkĂ€ufe in China um ĂŒber 25 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge – der niedrigste Stand seit fast zehn Jahren. Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz verzeichneten RĂŒckgĂ€nge zwischen 20 und 28 Prozent.

Als Reaktion auf drohende EU-Zölle verlagern westliche Hersteller ihre Produktion teilweise zurĂŒck nach Europa. Der Anteil in China produzierter E-Autos westlicher Marken fiel von 38 auf 23 Prozent.

Kritik an den Förderregeln

Die politische Gestaltung der PrĂ€mie stĂ¶ĂŸt auf Widerstand. Innerhalb der SPD fordern erste Stimmen Nachbesserungen, um die heimische Industrie stĂ€rker zu fördern. Doch das EU-Recht verbietet eine gezielte Bevorzugung europĂ€ischer oder deutscher Hersteller.

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Auch Forscher des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) melden Zweifel an. Die politisch betonte Technologieoffenheit verhindere eher notwendige Investitionen, warnen sie. Nötig sei eine klare Technologieentscheidung, um Planungssicherheit zu schaffen.

Dabei hinkt der Infrastrukturausbau ohnehin hinterher: Bei rund zwei Millionen zugelassenen E-Autos stehen gerade 190.000 öffentliche Ladepunkte zur VerfĂŒgung. Wie soll die Wende da gelingen?

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