Deutschland, Niedersachsen

VW sucht Fehler und Ursache fĂŒr IT-Störung

28.09.2023 - 03:14:18

Ein Krisenstab sucht bei VW nach der Ursache einer schweren IT-Störung, die die Autoproduktion in mehreren Werken zum Stillstand gebracht hat. Es gab aber Hoffnung, dass die BÀnder bald wieder laufen.

Wegen einer schweren IT-Störung können beim Volkswagen-Konzern in einigen Werken vorerst keine Autos produziert werden. Die Probleme traten am Mittwoch um die Mittagszeit auf und haben nach Angaben eines IT-Dienstleisters weltweit Folgen auf die Fertigung von Volkswagen. Auch die Tochtergesellschaft Audi war betroffen. Ein Krisenstab wurde einberufen. Die Ursache blieb zunÀchst ungeklÀrt.

Die IT-Störung legte das zentrale Netzwerk des Volkswagen-Konzerns lahm. Die Produktion in mehreren Werken stehe still, bestÀtigte am Abend ein Konzernsprecher. «Wir können eine IT-Störung von Netzwerkkomponenten am Standort Wolfsburg bestÀtigen», sagte der Sprecher.

Die vier fahrzeugproduzierenden Werke in Deutschland stĂŒnden momentan still - also Wolfsburg, Emden, Zwickau und OsnabrĂŒck. Auch die Komponentenwerke in Kassel, Braunschweig und Salzgitter seien betroffen: «Die Störung besteht seit 12.30 Uhr und wird aktuell analysiert. Es gibt Implikationen auf fahrzeugproduzierende Werke.»

Auch die VW-Tochter Audi ist von der IT-Störung betroffen, wie eine Audi-Sprecherin am Abend auf Anfrage der dpa sagte. In welchem Umfang das der Fall sei, werde noch untersucht.

«Wir haben ein Riesenproblem»

Nach Angaben einer IT-Dienstleisterin, die fĂŒr die Netzwerke der Unternehmen zustĂ€ndig ist, handelt es sich um eine weltweite Störung. Â«Ăœberall stehen die BĂ€nder still seit heute Nachmittag - auf der ganzen Welt. Audi und VW sind betroffen», sagte sie am Mittwochabend der dpa. «Wir haben ein Riesenproblem.»

Man könne nicht genau sagen, wie lange die Störung andauern werde. Die IT-Spezialistin des externen Netzwerkdienstleisters von VW und Audi geht davon aus, dass die Störung die IT mindestens bis Donnerstag beschÀftigen werde. Wie es dazu gekommen sei, könne man nicht sagen. Von einer Panne bis zu einem Hackerangriff sei alles möglich.

Der VW-Konzernsprecher hatte zuvor zu Auswirkungen im Ausland noch nichts sagen können. Derzeit sehe es nicht nach einem Angriff von außen aus, hieß es am Abend. Wann das Problem behoben sein werde und die Produktion wieder laufe, sei noch nicht abzuschĂ€tzen. Zuerst hatte das «Handelsblatt» ĂŒber die IT-Störung berichtet.

Auch VertragswerkstÀtten und HÀndler von Störung betroffen

In vielen VW-BĂŒros funktionierten zentrale Anwendungen an den Rechnern nicht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise in der Nacht zu Donnerstag. An manchen Standorten sei der Notruf ausgefallen. DarĂŒber hinaus seien auch VertragswerkstĂ€tten und HĂ€ndler von VW von der Störung betroffen. «Das gesamte Netz zum Handel ist stillgelegt», zitierte die Zeitung aus HĂ€ndlerkreisen. Betroffen sei zudem das US-Stammwerk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee. «Die Produktion bei Volkswagen in Chattanooga ist aufgrund einer weltweiten IT-Störung beeintrĂ€chtigt. Wir arbeiten derzeit an der Lösung des Problems», zitierte das «Handelsblatt» einen Sprecher.

Ende August war der VW-Rivale Toyota von einem Totalausfall betroffen. Bei dem japanischen Autoriesen hatten technische Probleme fĂŒr etwa einen Tag zu einem kompletten Produktionsausfall in Japan gefĂŒhrt. Schuld gewesen sei ein Fehler im System zur Verwaltung der Teilebestellung. SpĂ€ter hieß es, Ursache sei unzureichender Speicherplatz auf Servern gewesen. Bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen Cyberangriff gehandelt, wurde betont.

@ dpa.de

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