Elektrohandwerk: Neue Sicherheitspflichten ab Juli treffen FachkrÀftemangel
30.06.2026 - 18:15:12 | boerse-global.de
Immer mehr Unternehmen kĂ€mpfen mit der Einhaltung technischer Sicherheitsstandards â weil ihnen schlicht die FachkrĂ€fte fehlen.
Angespannte Personalsituation bei ElektrofachkrÀften
Ohne qualifizierte Elektriker laufen vorgeschriebene PrĂŒfungen ins Leere. Ein Beispiel: In Koblenz waren Ende Juni 2026 rund 110 offene Stellen fĂŒr Elektriker registriert. Der Mangel trifft auf eine Phase, in der Firmen massiv in den Nachwuchs investieren mĂŒssen.
Die Deutsche Bahn etwa plant fĂŒr 2026 die Einstellung von rund 5.200 Auszubildenden und dual Studierenden. Elektroniker gehören dabei zu den zentralen Berufsgruppen â und es gibt noch freie PlĂ€tze.
Das Handwerk setzt zusĂ€tzlich auf Nachwuchswettbewerbe. Bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk 2026 sollen ĂŒber 3.000 Teilnehmer in 130 Berufen um die AttraktivitĂ€t technischer Ausbildungen kĂ€mpfen.
Was die PrĂŒfungen so teuer macht
Die Kosten fĂŒr SicherheitsprĂŒfungen hĂ€ngen direkt an den Löhnen. MarktĂŒbliche Stundenlöhne fĂŒr ElektrofachkrĂ€fte liegen zwischen 19,68 und 21,70 Euro. Bei Festanstellungen werden JahresgehĂ€lter von 45.000 bis 58.000 Euro gezahlt.
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Auch Azubis kosten mehr: In der Netztechnik steigen die VergĂŒtungen 2027 voraussichtlich auf 1.386 bis 1.688 Euro. Diese Personalkosten treiben die Preise fĂŒr externe PrĂŒfdienstleister nach oben.
Neue Pflichten ab Juli
Die regulatorischen HĂŒrden werden nicht kleiner â im Gegenteil. Seit Januar 2026 gilt etwa die IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V fĂŒr medizinische Einrichtungen. Und im Fuhrparkmanagement treten zum 1. Juli neue Pflichten fĂŒr Fahrzeuge ĂŒber 2,5 Tonnen in Kraft.
FĂŒr kleinere Betriebe gibt es Hilfe. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) bietet kostenfreie Grundlagenseminare an. Start ist Anfang Juli in SaarbrĂŒcken, weitere Termine folgen im August, September und Dezember. Die Schulungen sind verpflichtend â sie helfen Unternehmern, die gesetzlichen Anforderungen eigenverantwortlich umzusetzen.
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Fristen, die keiner verpassen sollte
Im Gesundheitswesen tickt die Uhr: RSA-Zertifikate fĂŒr elektronische Heilberufsausweise verlieren zum 30. Juni ihre GĂŒltigkeit. Ab 1. Juli sind ECC-Zertifikate Pflicht.
Auch im Handwerk gibt es Deadlines. Wer zur WinterprĂŒfung 2026/2027 zugelassen werden will, muss den Antrag bis zum 31. Juli stellen. FĂŒr Betriebe, die auf frisch qualifiziertes Personal angewiesen sind, ist das eine wichtige Frist fĂŒr die Personalplanung.
