Online-Einkauf ab Juli: EU schafft 150-Euro-Zollfreigrenze ab
30.06.2026 - 18:20:09 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juli 2026 wird der Online-Einkauf aus Nicht-EU-Ländern teurer. Die Europäische Union schafft die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro ab und führt eine pauschale Gebühr ein.
Neuregelung beendet Privileg für Kleinstpakete
Bisher blieben Warensendungen unter 150 Euro Wert zollfrei. Das ändert sich jetzt grundlegend. Künftig wird für jede Zollanmeldungszeile – also pro Warengruppe innerhalb eines Pakets – ein Betrag von 3 Euro fällig.
Bestellt jemand Textilien und Spielzeug in einer Sendung, fallen 6 Euro Zollkosten an. Der Grund: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Kategorien.
Die Maßnahme trifft einen Großteil des Marktes. Branchenbeobachter schätzen, dass rund 93 Prozent aller E-Commerce-Lieferungen in die EU unter die neue Regelung fallen. Das Volumen explodierte zuletzt: Waren es 2024 noch 4,6 Milliarden Pakete, stieg die Zahl 2025 auf 5,9 Milliarden. Rund 90 Prozent davon kamen aus China.
Massive Auswirkungen auf den E-Commerce erwartet
Besonders asiatische Plattformen wie Temu oder Shein dürften unter Druck geraten. Experten prognostizieren einen deutlichen Markteinbruch. Roman Koidl, CEO des Zolldienstleisters eClear, rechnet mit einem Rückgang der Kleinpaketmenge um bis zu zwei Drittel.
Ab Juli 2026 wird jeder Online-Einkauf aus Nicht-EU-Ländern teurer: 3 Euro Zoll pro Warengruppe. Wer weiter günstig bestellen will, braucht jetzt die richtige Strategie. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie die neuen Regeln legal umgehen. Jetzt kostenlosen Zoll-Spar-Guide anfordern
Es gibt bereits erste Reaktionen: Berichten zufolge nimmt die China Post keine E-Commerce-Pakete mehr für den EU-Markt an.
Einige Anbieter stellen sich neu auf. Shein eröffnete ein Logistikzentrum in Polen mit 740.000 Quadratmetern Fläche. Ziel: Waren direkt innerhalb des EU-Binnenmarktes vorhalten und die neuen Hürden umgehen.
Weitere Verschärfungen in den kommenden Jahren
Die Pauschalregelung ist als Übergangslösung bis zum 1. Juli 2028 konzipiert. Danach will die EU reguläre Zollsätze ab dem ersten Euro Warenwert erheben. Parallel entsteht eine digitale Zolldatenplattform.
Schon früher kommen weitere Kosten:
Besonders Temu- und Shein-Kunden trifft die neue EU-Zollregel hart. Aber es gibt Wege, weiterhin günstig einzukaufen – ohne Zollfallen. Unser Report verrät Ihnen die 3 wichtigsten Strategien, die ab Juli 2026 funktionieren. Zoll-Spar-Guide jetzt sichern
- November 2026: Eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr wird fällig. Produktidentifikatoren (PID) werden zur besseren Nachverfolgbarkeit Pflicht.
- Oktober 2026: In Österreich tritt eine spezifische Paketabgabe für große Online-Händler in Kraft.
Das Ziel der Brüsseler Behörden ist klar: faire Wettbewerbsbedingungen. Bisher konnten Anbieter aus Drittstaaten durch die Zollfreigrenze und niedrige Versandkosten zu Preisen anbieten, mit denen europäische Händler kaum mithalten konnten. Die neue 3-Euro-Pauschale pro Warenkategorie verringert diesen Vorteil nun deutlich. Experten erwarten, dass die Händler die Mehrkosten größtenteils an die Endverbraucher weitergeben.
