Entgelttransparenz: Arbeitgeber dürfen nicht mehr nach Gehalt fragen
10.06.2026 - 01:14:53 | boerse-global.de
Seit dem 7. Juni 2026 können sich Beschäftigte im öffentlichen Dienst direkt auf die EU-Regeln berufen – obwohl die nationale Umsetzung erst 2027 kommen soll.
Neue Regeln für Vorstellungsgespräche
Die Richtlinie verbietet Arbeitgebern, Bewerber nach ihrem bisherigen Gehalt zu fragen. Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten müssen regelmäßig über die geschlechtsspezifische Entgeltlücke berichten. Branchenexperten raten Bewerbern bereits jetzt zu einem selbstbewussten Umgang mit unzulässigen Gehaltsfragen.
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Hintergrund ist der anhaltende Gender Pay Gap. In Deutschland lag er 2024 bei 15,6 Prozent. Die EU-Kommission behält sich wegen der Fristüberschreitung ein Vertragsverletzungsverfahren vor.
Datenschutzrisiken im Personalwesen
Parallel zur Lohntransparenz rückt die DSGVO im Personalbereich in den Fokus der Aufsichtsbehörden. Ein aktuelles Beispiel: Die Berliner Datenschutzbeauftragte verwarnte die BVG. Grund war ein verspätet gemeldeter Datenschutzvorfall bei einem Dienstleister im April 2025. Rund 180.000 Kundendatensätze waren betroffen. Zudem sei die Kontrolle der Datenlöschung mangelhaft gewesen.
Für Unternehmen steigen die Compliance-Anforderungen. Verstöße gegen Informationspflichten nach Art. 13 und 14 DSGVO können Bußgelder von bis zu 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes kosten. Standardisierte Muster für Mitarbeiter-Datenschutzerklärungen sollen helfen, rechtliche Lücken zu schließen.
KI erobert das Recruiting
Trotz regulatorischer Hürden setzen Unternehmen auf Technologie. Laut LinkedIn sehen 81 Prozent der Recruiter erhebliches Potenzial im Einsatz künstlicher Intelligenz. Der neue „Hiring Assistant“ soll die Effizienz steigern – Firmen berichten von Zeitersparnissen bis zu 1,5 Stunden pro Stelle.
Neben modernen Recruiting-Tools ist ein strukturierter Prozess entscheidend für den Erfolg neuer Teammitglieder. Diese kostenlose Checkliste hilft Führungskräften, neue Mitarbeiter schneller einzuarbeiten und langfristig an das Unternehmen zu binden. Kostenlose Onboarding-Checkliste herunterladen
DAX-Konzerne zeigen sich offen für KI-gestützte Bewerbungen, mahnen aber zur Authentizität. Bewerber müssten KI-generierte Texte prüfen, da die Fehlerquote hoch sei. Parallel gewinnen strukturierte Hintergrundchecks an Bedeutung. Anbieter wie die Validato AG bieten ISO-zertifizierte OSINT-Recherchen für sicherheitsrelevante Positionen an.
Wichtige Termine für Personaldienstleister
Der 23. Juni 2026 ist ein Fixpunkt im Kalender: Auf dem „Tag der Personaldienstleister“ des GVP in Berlin diskutieren Branchenvertreter das neue GVP-Tarifwerk 2026 und das geplante Bundestariftreuegesetz. Teilnehmen werden unter anderem Gabor Steingart und Steffen Kampeter.
Parallel enden Bewerbungsfristen im öffentlichen Sektor. Die Universität Greifswald sucht etwa noch bis zum 23. Juni Personal für das Controlling. Die IHK Aschaffenburg verarbeitet derweil Daten für die IHK-Wahl 2026 – die Kandidatenlisten erscheinen in regionalen Fachzeitschriften und Tageszeitungen.
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