Ergotherapie-Mangel: 357 offene Stellen in Bayern
28.06.2026 - 20:31:46 | boerse-global.de
Während Kliniken in Oberbayern ihre Bettenkapazitäten aufstocken, suchen Reha-Einrichtungen händeringend nach Therapeuten.
Altersmedizin in Trostberg: 10 neue Betten
Die Kliniken Südostbayern haben ihre Abteilung für Akutgeriatrie in Trostberg erweitert. Seit dem 1. Juni stehen dort 40 statt bisher 30 Betten zur Verfügung. Grund ist der steigende Bedarf an spezialisierter Altersmedizin in der Region.
Ältere Patienten sollen nach akuten Erkrankungen oder Operationen künftig schneller eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung bekommen. Der Ausbau ist Teil eines Trends zur Stärkung der klinischen Infrastruktur im ländlichen Raum.
Doch die Finanzierung bereitet Sorgen. Kommunale Spitzenverbände wie der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnen vor den Kosten geplanter Gesundheitsreformen. Schätzungen zufolge könnten auf die Kommunen durch die GKV-Reform Kosten von rund fünf Milliarden Euro zukommen.
Ergotherapie: 357 offene Stellen in Bayern
Der Bedarf an therapeutischem Fachpersonal bleibt hoch. Aktuelle Marktdaten vom 27. Juni weisen allein im Bereich der medizinischen Zeitarbeit 357 offene Stellen in Bayern aus. Schwerpunkte liegen in Ballungsräumen wie München und Würzburg sowie in spezialisierten Fachkliniken.
In Bad Windsheim sucht die Dr. Becker Klinikgesellschaft Verstärkung für das 13-köpfige Ergotherapie-Team der Kiliani-Klinik. Die Einrichtung verfügt über 276 Betten für neurologische und orthopädische Rehabilitation und wirbt mit unbefristeten Verträgen und flexiblen Arbeitsmodellen.
Auch im ambulanten Sektor ist die Nachfrage hoch. Praxen in der Region Nürnberg und München suchen verstärkt nach Rezeptionskräften mit Kenntnissen in spezifischer Praxissoftware wie Theorg.
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Patientenzufriedenheit: Therapeuten top, Zimmer flop
Am Beispiel der Kiliani-Klinik in Bad Windsheim lassen sich aktuelle Trends ablesen. Eine Auswertung von 311 Bewertungen zeigt: 229 Nutzer würden die Einrichtung weiterempfehlen. Besonders positiv hervorgehoben werden die Leistungen der Therapeuten, das Speisenangebot sowie die Kinderbetreuung.
Kritikpunkte? Veraltete Zimmer und Zusatzkosten für WLAN und TV – bei einem dreiwöchigen Aufenthalt kommen da 72 Euro zusammen. Zudem beeinträchtigen Baustellen im Umfeld der Klinik den Betrieb. Sie stehen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2027.
Neue Vorschriften und Weiterbildung
Seit dem 1. Juni gelten neue regulatorische Rahmenbedingungen durch die aktualisierte DGUV Vorschrift 2. Sie betrifft die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung in Rehabilitationseinrichtungen und Praxen.
Parallel dazu rücken spezifische Krankheitsbilder in den Fokus. Für Mitte Oktober ist ein spezialisiertes Online-Seminar zur ergotherapeutischen Behandlung bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) angekündigt. Themen: Befunderhebung, Hilfsmittelversorgung und moderne Therapieverfahren.
Burnout-Risiko: Rollenkonflikte als Kündigungsgrund
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Die personelle Situation im Gesundheitswesen wird durch allgemeine Stressfaktoren verschärft. Eine aktuelle Metaanalyse mit Daten von rund 800.000 Angestellten aus über 60 Jahren zeigt: Rollenkonflikte, Rollenüberlastung und Unklarheiten im Aufgabenbereich sind die Hauptursachen für Burnout und Kündigungsabsichten.
Besonders Rollenkonflikte wurden als maßgeblicher Faktor für das Ausscheiden aus dem Beruf identifiziert. Die Botschaft an Kliniken und Praxen: Klare Arbeitsorganisation ist nicht nur gut fürs Betriebsklima – sie hält auch die Fachkräfte.
