ErnÀhrung, EU-Studie

ErnÀhrung: EU-Studie zeigt 60% tierische Proteine als Klimaproblem

23.06.2026 - 20:19:50 | boerse-global.de

Michelin-Sterne setzen auf Pflanzenkost, EEA-Studie fordert weniger tierisches Protein. RegionalitÀt und soziale Esskultur gewinnen an Bedeutung.

GemĂŒse-Trend und Proteinwende: Gastronomie im Wandel
ErnĂ€hrung - Ein Koch garniert ein kunstvoll angerichtetes vegetarisches Gericht in einer professionellen KĂŒche mit sanftem Licht. 23.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Pflanzliche Proteine, regionale Beschaffung und soziale Verantwortung bestimmen die Entwicklung – das zeigen aktuelle Berichte der EuropĂ€ischen Umweltagentur (EEA) und die heutigen Entscheidungen des Guide Michelin.

Michelin-Sterne: GemĂŒse statt Fleisch

Am heutigen Dienstag wurden in Frankfurt die neuen Sterne des Guide Michelin Deutschland verliehen. Der klare Trend: mehr GemĂŒsegerichte, weniger Alkohol. Die Branche reagiert damit auf verĂ€nderte GĂ€stewĂŒnsche und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein.

Anzeige

Der Trend zu mehr pflanzlichen Gerichten in der Gastronomie unterstreicht die heilende Kraft der Natur. Wie Sie mit Lebensmitteln wie Brokkoli oder Ingwer gezielt EntzĂŒndungen lindern und Ihre VitalitĂ€t steigern, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. 12 natĂŒrliche EntzĂŒndungs-Killer jetzt entdecken

Ein Höhepunkt der Verleihung: Daniel Schimkowitsch vom Restaurant L.A. Jordan in Deidesheim bekam den dritten Michelin-Stern.

Doch die Spitzengastronomie kĂ€mpft wirtschaftlich. Das Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig hat bereits reagiert. Besitzer Billy Wagner und KĂŒchenchef Micha SchĂ€fer setzen nun auf weniger GĂ€nge, niedrigere Preise und doppelte Tischbelegung. Der Grund: sinkende Buchungszahlen bei Gewinnmargen von nur drei bis sieben Prozent vor Steuern.

Die Entwicklung zeigt eine breitere Krise. Namhafte Berliner HĂ€user wie die Restaurants Ernst und Richard mussten bereits schließen.

EEA-Bericht: Proteinwende als Klimahebel

Ein heute veröffentlichter Bericht der EEA zeigt die Dringlichkeit einer ErnĂ€hrungsumstellung. Erwachsene in der EU konsumieren tĂ€glich 80 bis 85 Gramm Protein – 60 Prozent davon aus tierischen Quellen.

Die Tierhaltung verursacht mehr als 65 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen und belegt ĂŒber die HĂ€lfte der AgrarflĂ€chen. Zudem importiert die EU jĂ€hrlich rund 30 Millionen Tonnen Soja als Futtermittel.

Pflanzliche Proteine bieten laut EEA den grĂ¶ĂŸten Sofortnutzen fĂŒr die Umwelt. Eine koordinierte Umstellung könnte die Emissionen bis 2035 um fĂŒnf Prozent senken. Der Markt fĂŒr pflanzliche Proteine soll von 24 Milliarden US-Dollar (2025) auf 35 Milliarden US-Dollar (2030) wachsen.

Die EU-Kommission erteilte heute die erste Novel-Food-Zulassung fĂŒr das Myzel-Protein Fermotein des Herstellers The Protein Brewery. Die Produktion startet 2027 und soll bis 2029 eine KapazitĂ€t von 2.000 Tonnen erreichen.

RegionalitÀt und soziale Funktion

Neben technologischen Innovationen gewinnt die RegionalitĂ€t an Bedeutung. Die Schweizer Eierproduzenten-Genossenschaft Gallosuisse meldete gestern auf ihrer Delegiertenversammlung steigende AbsĂ€tze heimischer Eier in der Gastronomie. HauptgrĂŒnde: besseres Tierwohl und eine gesunkene Preisdifferenz zu Importware.

Der Dresdner Historiker Andreas Rutz vom Deutschen Archiv der Kulinarik warnte Anfang der Woche vor dem Verlust der gemeinsamen Esskultur. Fast-Food- und To-go-Trends gefĂ€hrdeten die soziale Funktion des gemeinsamen Kochens. Rutz plĂ€diert fĂŒr ein Schulfach ErnĂ€hrung, um Bewusstsein fĂŒr SaisonalitĂ€t und Nachhaltigkeit zu schaffen.

In Dresden wurde gestern der Beitritt der Stadt zu einer bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit unterzeichnet. Die Gastronomie wurde dabei als zentraler Ort der sozialen Begegnung hervorgehoben.

Handel und Gesundheitssystem in der Pflicht

Eine gestern veröffentlichte Studie des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) sieht den Lebensmitteleinzelhandel als SchlĂŒssel fĂŒr mehr Nachhaltigkeit. Discounter wie Lidl und Aldi SĂŒd fĂŒhren bei Umweltthemen, EDEKA und REWE punkten bei regionaler Beschaffung. Die Studie kritisiert jedoch die mangelnde Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichte und fordert harmonisierte Standards.

Auch das Gesundheitssystem selbst rĂŒckt in den Fokus: Mit jĂ€hrlich 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent verursacht es rund fĂŒnf Prozent der nationalen Emissionen. Ein Expertenrat empfiehlt KlimaneutralitĂ€t bis spĂ€testens 2040 – das ursprĂŒngliche Ziel fĂŒr 2030 gilt als unrealistisch.

Anzeige

Eine bewusste ErnÀhrung ist die wichtigste Basis, um ernÀhrungsmitbedingte Krankheiten dauerhaft in den Griff zu bekommen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber eines Experten zeigt Ihnen, wie Sie mit 7 einfachen Rezepten Ihren Stoffwechsel entlasten. Die 6 Goldenen Regeln der ErnÀhrung jetzt kostenlos sichern

Neben energetischen Sanierungen spielt die PrÀvention ernÀhrungsmitbedingter Krankheiten wie Adipositas eine zentrale Rolle. Fachleute betonen: Adipositas ist eine komplexe Erkrankung mit biologischen und gesellschaftlichen Ursachen, die eine gewichtsneutrale ErnÀhrungsberatung erfordert.

de | wirtschaft | 69612935 |