ESG-Reporting, Verbot

ESG-Reporting: Ab September 2026 Verbot für unbelegte Umweltaussagen

05.07.2026 - 23:30:39 | boerse-global.de

Biobasiertes Siliciumdioxid aus Agrarabfällen senkt CO2-Fußabdruck in Reifen und Beschichtungen. Neue EU-Regeln verschärfen Umweltauflagen.

Bio-Silicium aus Reishülsen: Neue Rohstoffe für die Industrie
ESG-Reporting - Eine Hand hält eine kleine Menge weißes Pulver, im Hintergrund verschwimmen Reisschalen und grüne Pflanzen, die den biobasierten Ursprung andeuten. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Fokus: Siliciumdioxid aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Reisschalen und Stroh. Die nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Quarzsand findet zunehmend Anwendung als Verstärkungsfüllstoff in Reifen, Gummi und Beschichtungen.

Neue Verfahren binden Kohlendioxid

Ein Treiber dieser Entwicklung sind modifizierte Fällungsverfahren. Das Unternehmen Ningbo Inno Pharmchem nutzt Kohlendioxid statt herkömmlicher Säuren zur Versäuerung. Das Verfahren bindet CO2 direkt im Produktionsprozess – pro Tonne Bio-Silicium ergibt sich eine quantifizierbare Emissionsreduktion.

Das Material bietet zudem funktionale Vorteile im Fahrbetrieb. In der Reifenmischung senkt es den Rollwiderstand, was die Emissionen über den Lebenszyklus weiter reduziert. Die hochreinen Produkte sind auch für Klebstoffe und spezielle Polymerverbundwerkstoffe vorgesehen.

Dekarbonisierung der Schwerindustrie

Die Umstellung auf biobasierte Siliziumquellen ist Teil einer breiteren Strategie. Ähnliche Bestrebungen zeigt die Baustoffbranche. Ein Konsortium aus Saltx, Holcim und Paebbl wird von der EU gefördert, um die Elektrifizierung der Zementherstellung voranzutreiben. Ein Testprojekt im schwedischen Hofors startet im Herbst 2026: Es ersetzt fossile Drehrohröfen durch elektrische Prozesse und mineralisiert CO2 im Baumaterial.

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Auch Mittelständler investieren massiv. Das Zement- und Kalkwerk Otterbein plant am Standort Großenlüder-Müs eine Modernisierung für 30 Millionen Euro. Ziel: CO2-Ausstoß um bis zu 60 Prozent senken, Stromverbrauch um rund ein Fünftel. Die neuen Anlagen mit KI-gestützter Laborautomation sollen 2027 in Betrieb gehen.

Strengere Auflagen für Umweltaussagen

Der Druck auf Unternehmen wächst durch regulatorische Änderungen auf EU-Ebene. Die EU-Kommission hat die Berichtspflichten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) zwar deutlich reduziert – die Anzahl der verpflichtenden Datenpunkte sank um rund 60 Prozent. Gleichzeitig verschärfen sich die Anforderungen an die Belastbarkeit von Aussagen.

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Ab dem 27. September 2026 gilt ein Verbot für unbelegte Umweltaussagen. Unternehmen müssen ihre Behauptungen zur Klimafreundlichkeit strikt nachweisen. Das unterstreicht die Bedeutung von Innovationen wie Bio-Silicium: Die quantifizierbaren CO2-Einsparungen bieten eine rechtssichere Grundlage für ESG-Reporting und Produktvermarktung. Die neuen Berichtsstandards gelten ab Anfang 2027 allgemein, kleinere und mittlere Unternehmen erhalten Übergangsfristen bis 2028.

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