EU-Sanktionen, Goldhandel

EU-Sanktionen: Goldhandel mit Sudan ab sofort verboten

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 20:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU stoppt Goldimporte aus dem Sudan, um Kriegsparteien die Finanzierung zu entziehen. Ein Großteil des Goldes wird geschmuggelt.

EU verhängt Goldembargo gegen den Sudan
Ein Goldbarren mit einer subtilen Reflexion der EU-Flagge auf einem dunklen, strukturierten Hintergrund, der Konflikt andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Rat der Europäischen Union beschloss weitreichende Sanktionen gegen den Goldsektor des krisengebeutelten Landes. Ziel ist es, den Kriegsparteien die finanziellen Mittel zu entziehen.

Einfuhrverbot und Chemikalien-Embargo

Das Sanktionspaket verbietet ab sofort den Kauf, die Einfuhr und die Verbringung von sudanesischem Gold in die EU. Parallel dazu dürfen Quecksilber und Zyanid nicht mehr in den Sudan exportiert werden. Diese Chemikalien sind essenziell für die Goldgewinnung im kleingewerblichen Bergbau.

Hintergrund der Verschärfung ist der bewaffnete Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), der seit April 2023 tobt. Gold gilt als zentrale Einnahmequelle beider Kriegsparteien. Der offizielle Goldexport des Landes erwirtschaftete 2025 rund 1,5 Milliarden US-Dollar – bei einer gemeldeten Exportmenge von weniger als 20 Tonnen. Die geschätzte Gesamtproduktion liegt jedoch bei etwa 70 Tonnen.

Schmuggel in Milliardenhöhe

Ein Großteil des sudanesischen Goldes erreicht den Weltmarkt auf inoffiziellen Wegen. Schätzungen zufolge werden 70 bis 80 Prozent der Produktion am offiziellen Handel vorbeigeschleust. Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt als wichtigster Umschlagplatz.

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Die Organisation SWISSAID dokumentierte das Ausmaß der Schattenwirtschaft: Zwischen 2012 und 2024 wurden mindestens 400 Tonnen Gold aus dem Sudan geschmuggelt, etwa die Hälfte davon in die VAE. Allein die RSF-Milizen sollen 2024 und 2025 Gold im Wert von über 850 Millionen US-Dollar transportiert haben – zur Finanzierung ihrer Operationen.

Sudans Behörden reagieren

Nach Bekanntwerden der EU-Sanktionen kündigte Bergbauminister Nor al-Daim Taha verstärkte Kontrollen an. Geplant sind strengere Maßnahmen gegen den Schmuggel und ein elektronisches Registrierungssystem für Goldtransaktionen. Die Gebühren für Registrierungsformulare wurden gestrichen, um legale Erfassung zu erleichtern.

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Der Bergbausektor ist für die sudanesische Wirtschaft existenziell. Der traditionelle Bergbau beschäftigt rund zwei Millionen Menschen und produziert etwa 80 Prozent des gesamten Goldes. Das Ministerium ordnete zudem die Umbenennung von Handelsplätzen wie dem Markt Dar Mali im Bundesstaat Nil in „Goldgewinnungszentren“ an – für eine bessere staatliche Überwachung.

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