FCA-Reform, Institute

FCA-Reform: 37.000 Institute müssen ab September härter durchgreifen

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 15:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Britische Finanzaufsicht weitet Verhaltenskodex aus und erhöht Strafen für Marktmissbrauch. Neue KI-Weiterbildungspflichten kommen.

FCA verschärft Regeln: Strengere Standards für 37.000 Institute
Finanzfachleute in einem modernen Londoner Büro, die Dokumente prüfen und sich umsehen, was auf Personalüberwachung und Compliance hindeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 37.000 Institute müssen dann strengere Verhaltensstandards einhalten – mit Fokus auf Mobbing und Belästigung.

Warum die FCA jetzt härter durchgreift

Die neuen Regelungen treten am 1. September 2026 in Kraft. Sie erweitern den bestehenden Verhaltenscodex auf Unternehmen, die bisher nicht unter das Regime fielen. Besonders im Visier: nicht-finanzielles Fehlverhalten. Anwälte berichten von einer Welle präventiver Maßnahmen. In den vergangenen Monaten häuften sich Entlassungen wegen Fehlverhaltens, begleitet von intensiven Schulungsprogrammen.

Der Hintergrund ist alarmierend: Eine FCA-Studie zeigte, dass Meldungen über Fehlverhalten bis 2023 um über 70 Prozent gestiegen waren. Mit der Ausweitung reagiert die Aufsicht auf den Druck nach einem gesünderen Arbeitsklima und strikterer Rechenschaftspflicht.

Höhere Strafen für Einzelpersonen

Doch damit nicht genug: Ein aktueller Vorschlag (CP26/19) sieht vor, die Mindeststrafe für schweren Marktmissbrauch von 100.000 auf 150.000 Pfund anzuheben. Bei besonders vermögenden Personen soll die Obergrenze flexibler werden.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Geschäftsjahr 2024/25 verhängte die FCA Gesamtstrafen von 186,4 Millionen Pfund. Rund 7,3 Millionen Pfund entfielen direkt auf Sanktionen gegen Einzelpersonen. Ein Fachanwalt für Finanzmarktrecht betont: Die Behörde signalisiert damit, dass persönliches Fehlverhalten konsequenter geahndet wird.

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KI-Kompetenz wird Pflicht

Neben Verhaltensstandards rücken auch technologische Qualifikationen in den Fokus. Am 14. Juli 2026 veröffentlichte das Finanzministerium den „Financial Services Skills Compact“. Unternehmen, die ihn unterzeichnen, müssen ihre Mitarbeiter innerhalb von drei Jahren intensiv im Bereich künstliche Intelligenz weiterbilden. Verantwortliche Führungskräfte sollen Qualifikationslücken identifizieren und schließen. Bis 2030 sind jährliche Fortschrittsberichte vorgesehen.

Nur zwei Tage später folgte ein nationaler KI-Plan für den Finanzsektor. Die Experten Harriet Rees und Dr. Rohit Dhawan legten zehn zentrale Empfehlungen vor – von klareren Leitlinien für KI-gestützte Finanzberatung bis zu erleichterten Visa für hochqualifizierte KI-Spezialisten. Die Regierung hat die Vorschläge bereits angenommen.

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Reformen bei Bankenstrukturen

Parallel treibt die Regierung strukturelle Reformen voran. Ebenfalls am 14. Juli startete eine Konsultation zur Reform des Ringfencing – der Trennung von Investment- und Privatkundengeschäft. Die Vorschläge umfassen neue Spielräume für Kreditrisiken und eine erweiterte Produktpalette nach Basel 3.1-Standards. Interessengruppen können bis zum 8. September Stellung nehmen.

Während die britischen Institute diese nationalen Hürden meistern müssen, zeichnen sich bereits neue internationale Anforderungen ab. Die EU-Geldwäscheverordnung tritt im Juli 2027 in Kraft und bringt striktere Prüfpflichten. Ab 2028 übernimmt zudem die neue Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA in Frankfurt die Aufsicht über grenzüberschreitend tätige Institute. Die Compliance-Anforderungen dürften damit weiter steigen.

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