ROUNDUP, Macron

Macron schließt Einsatz von Bodentruppen in Ukraine nicht aus

27.02.2024 - 06:00:01

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron schließt den Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine durch sein Land nicht aus.

Nichts sei ausgeschlossen, um einen russischen Sieg in der Ukraine zu verhindern, sagte Macron nach Abschluss einer Ukraine-Hilfskonferenz am Montagabend in Paris. Bei dem Treffen von ĂŒber 20 Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), habe es zwar keinen Konsens zum Einsatz vom Bodentruppen gegeben, aber in der kĂŒnftigen Dynamik könne nichts ausgeschlossen werden, sagte Macron. Jedes Land könne eigenstĂ€ndig und souverĂ€n ĂŒber den Einsatz von Bodentruppen entscheiden.

"Die allgemeine Feststellung heute ist, dass unser aller Sicherheit auf dem Spiel steht", sagte Macron zum Auftakt der kurzfristig organisierten Konferenz. Das Auftreten Russlands verhĂ€rte sich sowohl auf politischer Ebene als auch an der Front in der Ukraine, wo neue russische Angriffe drohten. Eine russische Niederlage sei nötig fĂŒr die StabilitĂ€t und Sicherheit in Europa. Deshalb mĂŒssten sich die UnterstĂŒtzer der Ukraine einen Ruck geben. "Wir sind dabei, unsere Sicherheit heute und morgen zu gewĂ€hrleisten", sagte Macron. "Wir wollen nicht mit dem russischen Volk in einen Krieg treten", meinte der PrĂ€sident auch.

Bei dem Treffen sei die Bildung einer Koalition beschlossen worden, die die Ukraine mit Raketen und Bomben mittlerer und lĂ€ngerer Reichweite fĂŒr SchlĂ€ge weit hinter die russischen Linien versorgen soll, sagte der französische PrĂ€sident. Kurzfristig solle außerdem auch aus eigenen BestĂ€nden und aus DrittlĂ€ndern zusĂ€tzliche Munition fĂŒr die Ukraine mobilisiert werden. Eine Lieferung französischer Mirage-Kampfjets sei aktuell nicht beschlossen worden. GeprĂŒft werde aber weiterhin, welches französische MilitĂ€rmaterial der Ukraine helfen könne, sagte Macron, der bis Mitte MĂ€rz selber in die Ukraine reisen will.

Auf der Konferenz sei beschlossen worden, schneller mehr Hilfe fĂŒr die Ukraine bereitzustellen, sagte Macron. Frankreich unterstĂŒtze zudem Überlegungen, mit gemeinsamen Schulden europĂ€ische RĂŒstungsausgaben angesichts des Ukraine-Kriegs zu finanzieren. Ähnlich wie in der Corona-Krise seien auch von Russlands Aggression sĂ€mtliche europĂ€ischen LĂ€nder betroffen, was den Sonderweg gemeinsamer Schulden rechtfertige.

Der zu der kurzfristig organisierten Konferenz mit einer Videobotschaft zugeschaltete ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hatte weitere Hilfe gefordert, damit Russland seine Aggression nicht auf weitere LÀnder ausdehnt.

@ dpa.de