Freigrenze, Zoll

Freigrenze weg: Zoll kassiert 3 Euro pro Paket ab sofort

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 18:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Zoll-App dAKZ automatisiert Ausfuhrbescheinigungen und ersetzt manuelle Stempel. Pilotphase gestartet.

dAKZ-App: Deutscher Zoll startet digitale Ausfuhrbescheinigung
Freigrenze - Zollbeamter bearbeitet ein Paket, im Hintergrund ein Tablet mit Finanzdaten. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

„dAKZ“ heißt das System, das Ausfuhrbescheinigungen automatisiert und den Gang zum Zollschalter überflüssig macht.

Die App nutzt Standort-Tracking, um digitale Ausfuhrscheine zu erstellen. Bisher mussten Händler und Spediteure manuell stempeln lassen. Der elektronische Nachweis ersetzt nun die herkömmliche Bestätigung – besonders wichtig für Umsatzsteuerbefreiungen bei Ausfuhren.

Warum der digitale Schub nötig war

Hintergrund ist der boomende Einkaufstourismus. Eine Studie der Universität St. Gallen beziffert das Umsatzvolumen auf rund 9 Milliarden Schweizer Franken. Allein auf Süddeutschland entfallen 2 Milliarden Franken.

Der Schweizer Detailhandel fordert parallel eine Senkung der Freigrenzen von 150 auf 50 Franken. Die Digitalisierung vereinfacht die Abläufe für Konsumenten und Zoll – doch der Wettbewerbsdruck bleibt.

Pauschalgebühr statt Freigrenze

Zum 1. Juli 2026 fiel die bisherige Freigrenze von 150 Euro für Kleinsendungen aus Drittstaaten. Dafür gibt es jetzt eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Produktkategorie für Waren unter 150 Euro. Die Einfuhrumsatzsteuer wird weiterhin fällig.

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Die Reform zielt auf fairen Wettbewerb mit asiatischen Online-Plattformen. Marktforscher beobachteten, dass asiatische Anbieter besonders im Modebereich massiv Marktanteile gewinnen. Eine Untersuchung aus dem Vorjahr ergab: Über 60 Prozent der Produkte aus Nicht-EU-Shops erfüllten die Sicherheitsvorschriften nicht.

Die Pauschalgebühr gilt befristet bis zum 1. Juli 2028. Ab November 2026 kommen zudem verpflichtende Produktkennzeichnungen für alle Importwaren.

Strengere Regeln für Lieferwagen

Seit dem 1. Juli 2026 müssen Lieferwagen ab 2,5 Tonnen Gesamtmasse einen digitalen Fahrtenschreiber nutzen. Bisher lag die Grenze bei 3,5 Tonnen. Bei Kontrollen an hessischen Autobahnen wurden bereits mehrere Verstöße festgestellt – auch bei Ladungssicherung und technischen Mängeln.

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In Österreich diskutiert man eine Gesetzesnovelle, die Sonderregelungen für ukrainische Fahrzeuge beenden soll. Ziel ist die lückenlose steuerliche Erfassung, insbesondere bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA).

Jahressteuergesetz 2026: Zinsen steigen

Der Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes 2026 sieht eine Verdoppelung des Zinssatzes für Steuernachforderungen und -erstattungen vor. Statt 0,15 Prozent sollen 0,3 Prozent pro Monat fällig werden. Die finale Verabschiedung wird nicht vor Jahresende erwartet.

Für Steuerpflichtige gibt es neue Fristen: Eine freiwillige Steuererklärung für 2025 kann bis zum 31. Dezember 2029 eingereicht werden. Das lohnt sich besonders bei hohen Werbungskosten oder Aufwendungen für energetische Maßnahmen.

Ab 2027 soll ein neues Altersvorsorgedepot kommen. Die Förderung für Elektrofahrzeuge für Privatpersonen liegt derzeit bei bis zu 6.000 Euro.

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