E-Rechnungspflicht 2028: Digitale Formate für alle Unternehmen
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 18:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Künstliche Intelligenz erfasst Belege, die E-Rechnungspflicht kommt 2028 – und der Zoll testet eine App, die das lästige Stempeln an der Grenze überflüssig macht.
KI scannt, rechnet ab und spart Zeit
Softwareanbieter rüsten ihre Programme mit KI-Assistenten auf. Schon Anfang 2026 integrieren erste Steuerprogramme Chatbots und automatische Belegscans. Die Systeme erkennen Ausgaben, ordnen sie zu und erlauben Live-Updates.
Auch international tut sich was: Ein japanischer IT-Dienstleister erweitert sein globales Reisekostenmanagement um KI-Funktionen. Eine Testversion startet im Herbst 2026, die vollständige Markteinführung folgt im Frühjahr 2027. Ziel ist es, die Abrechnung in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen effizienter zu machen.
In Deutschland hilft ab Juli 2026 „MeinELSTER+“ – die digitale Steuererklärung bekommt zusätzliche Funktionen für Nachweise.
E-Rechnungspflicht ab 2028: Italien macht vor, wie’s geht
Ein echter Gamechanger steht 2028 an: Dann müssen Unternehmen Rechnungen in Formaten wie ZUGFeRD oder XRechnung verarbeiten. Italien macht es seit 2019 vor – mit Erfolg. Der Umsatzsteuerbetrug sank dort deutlich.
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Der deutsche Mittelstand zieht nach. Ein Beispiel aus der Holzbaubranche zeigt: Wer ERP-Systeme mit Buchhaltungssoftware koppelt, kann Materialkosten direkt Projekten zuordnen. In einem dokumentierten Fall verkürzte sich die Zeit von der Bestellung bis zum Zahlungseingang auf drei Tage.
Zoll-App „dAKZ“: Schluss mit Stempeln an der Grenze
Wer in der Schweiz lebt und in Deutschland einkauft, kennt das Prozedere: Ausfuhrschein holen, vom Zoll stempeln lassen. Damit soll bald Schluss sein. Mitte Juni 2026 startete der Zoll die Pilotphase der App „dAKZ“ – digitaler Ausfuhrkassenzettel.
Die App nutzt Standort-Tracking und erstellt Ausfuhrscheine automatisch. Bisher waren rund 200 Zollbeamte allein für die Bestätigung von Ausfuhrbelegen zuständig. Schweizer Konsumenten geben jährlich Milliardenbeträge im süddeutschen Einzelhandel aus – die digitale Lösung soll die Grenzstellen entlasten. Die Zollfreigrenze liegt seit 2025 bei 150 CHF.
Transparenz bei Reisekosten: Zwischen Gipfel und Gesetzesreform
Wie teuer offizielle Reisen sein können, zeigte ein Regierungsgipfel in Rom Anfang 2026. Für einen eintägigen Termin waren sechs Maschinen der Flugbereitschaft im Einsatz. Die Kosten pro Flugstunde: zwischen 7.000 Euro und einem mittleren fünfstelligen Betrag, je nach Flugzeugtyp.
Während staatliche Reisekosten oft für Diskussionen sorgen, kämpfen Unternehmen im Alltag eher mit dem enormen Zeitaufwand für die korrekte Abrechnung von Dienstgängen. Dieses kostenlose Excel-Tool automatisiert den gesamten Prozess für Inlands- und Auslandsreisen inklusive aller aktuellen Länder-Pauschalen. Kostenlosen Reisekostenrechner jetzt herunterladen
Parallel plant die Bundesregierung eine Reform des Informationsfreiheitsgesetzes. Künftig sollen Auskunftsansprüche ein berechtigtes Interesse voraussetzen und auf natürliche Personen beschränkt werden. Kritiker warnen: Das könnte die Transparenz über staatliche Ausgaben einschränken – etwa bei Beschaffungen oder Reisevergünstigungen für Amtsträger.
Steuerfristen 2025: Wer bis wann abgeben muss
Für das Steuerjahr 2025 gilt: Der Grundfreibetrag liegt bei 12.348 Euro. Wer die Erklärung selbst macht, muss sie bis zum 31. Juli 2026 einreichen. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis zum 1. März 2027 Zeit.
Ein Tipp für Privatversicherte: Vorauszahlungen von Krankenversicherungsbeiträgen für bis zu drei Jahre können die Sonderausgaben optimieren – besonders bei hohen Grenzsteuersätzen eine spürbare Entlastung.
