Deutschland, Finanzen

Arbeiten bis 67? Die Generation Z hat andere PlÀne

18.11.2025 - 04:00:07

Geld als Mittel zur UnabhĂ€ngigkeit: FĂŒr die Generation Z steht finanzielle Freiheit auf der PrioritĂ€tenliste ganz oben. Eine neue Studie zeigt, wie sich Werte und Ziele beim Umgang mit Geld wandeln.

  • Auch die finanziellen Entscheidungen junger Menschen werden durch soziale Medien stĂ€rker beeinflusst als bei Ă€lteren Generationen. (Symbolbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn

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  • FĂŒr zwei Drittel der Generation Z ist finanzielle UnabhĂ€ngigkeit das wichtigste finanzielle Ziel. (Symbolbild) - Foto: Helena Dolderer/dpa/dpa-tmn

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Auch die finanziellen Entscheidungen junger Menschen werden durch soziale Medien stĂ€rker beeinflusst als bei Ă€lteren Generationen. (Symbolbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmnFĂŒr zwei Drittel der Generation Z ist finanzielle UnabhĂ€ngigkeit das wichtigste finanzielle Ziel. (Symbolbild) - Foto: Helena Dolderer/dpa/dpa-tmn

Wenn es um Geld geht, wollen junge Menschen in Deutschland vor allem eines: finanziell unabhĂ€ngig sein. Das zeigt eine neue reprĂ€sentative Studie der Internationalen Hochschule (IU), die das finanzielle Wohlbefinden in Deutschland untersucht hat. Besonders die Generation Z (16- bis 30-JĂ€hrige) strebt demnach nach finanzieller Selbstbestimmung. FĂŒr zwei Drittel von ihnen (66,7 Prozent) ist finanzielle UnabhĂ€ngigkeit das wichtigste finanzielle Ziel. Über alle Generationen hinweg sagen das durchschnittlich nur 58,9 Prozent der Befragten. 

Auf Platz zwei der wichtigsten finanziellen Ziele der Menschen in Deutschland liegt laut Studie die Altersvorsorge: Rund 51 Prozent der Befragten nannten sie als PrioritĂ€t. Es folgen die ErfĂŒllung persönlicher TrĂ€ume wie etwa einer Weltreise (41,8 Prozent) sowie der Wunsch, frĂŒher aus dem Berufsleben auszusteigen (31,8 Prozent). 

«Generation Z verÀndert VerstÀndnis von Geld grundlegend» 

Die vorherrschende MentalitĂ€t, bis 67 in Vollzeit zu arbeiten, sei nicht mehr der Maßstab, sagt Studienleiter Johannes Treu, Professor fĂŒr Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der IU. «Insbesondere die Generation Z verĂ€ndert unser VerstĂ€ndnis von Geld grundlegend: FĂŒr sie sind Finanzen kein notwendiges Übel, sondern ein wesentliches Instrument fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben.» 

Die Studie zeigt zudem, dass soziale Medien die finanziellen Entscheidungen junger Menschen stĂ€rker beeinflussen als bei Ă€lteren Generationen. Rund 21 Prozent der Befragten aus der Generation Z geben an, ihre finanziellen Entscheidungen wĂŒrden durch Inhalte in sozialen Medien beeinflusst. Das sind doppelt so viele wie in der Generation X (10 Prozent) oder bei den Babyboomern (9,3 Prozent). 

Gleichzeitig sagen 27,8 Prozent der Befragten aus der Generation Z, sie gĂ€ben oft unĂŒberlegt Geld aus, obwohl sie eigentlich sparen wollten. Bei den Babyboomern liegt dieser Wert bei 13,7 Prozent. 

Große Sorgen um Wirtschaft, Angst vor Altersarmut 

Trotz des Wunsches nach persönlicher finanzieller UnabhĂ€ngigkeit bleibt die Stimmung bei vielen angespannt: Mehr als jede zweite befragte Person (56,3 Prozent) sorgt sich um die wirtschaftliche Lage in Deutschland, knapp die HĂ€lfte (49,7 Prozent) fĂŒrchtet Altersarmut. 

«Wenn sich jede zweite Person in Deutschland um ihre wirtschaftliche Lage und die Absicherung im Alter sorgt, ist das mehr als ein Stimmungsbild - es ist ein Warnsignal», sagt Treu. «Inflation, Unsicherheit bezĂŒglich der spĂ€teren Rente und die Angst vor sinkendem Lebensstandard zĂ€hlen heute zu den grĂ¶ĂŸten Stressfaktoren und belasten das finanzielle Wohlbefinden massiv.» 

FĂŒr die Untersuchung «Finanzielles Wohlbefinden: Stimmungslage in Deutschland» wurden vom 12. bis 23. Juni 2.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind reprĂ€sentativ nach Alter und Geschlecht.

@ dpa.de

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