Gesundheitsreform, ArbeitsplÀtze

Gesundheitsreform: Bis zu 140.000 ArbeitsplÀtze in Gefahr

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 12:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Krankenhausgesellschaft warnt: Reform gefÀhrdet Kinderstationen und Geburtshilfen. Bis 2030 droht Abbau von 140.000 Stellen.

Gesundheitsreform: Kliniken warnen vor Jobverlusten und Schließungen
Gesundheitsreform - Eine Nahaufnahme einer Kinderhand, die eine Erwachsenenhand hĂ€lt, vor dem verschwommenen Hintergrund eines Krankenhausflurs. 09.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Davor warnt Ingo Morell, PrÀsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Die SparplÀne der Bundesregierung könnten den Kliniken Einnahmeverluste von rund acht Prozent bescheren.

Drei Viertel aller Kliniken schreiben bereits rote Zahlen

Schon heute arbeiten 75 Prozent der KrankenhÀuser defizitÀr. Die Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) entzieht den Einrichtungen weitere Mittel. Besonders problematisch: Der Wegfall der Quersubventionierung.

Bislang finanzierten Kliniken defizitĂ€re Bereiche wie Kinderheilkunde oder Geburtshilfe durch Erlöse aus anderen Abteilungen mit. Das Fallpauschalensystem erschwert eine wirtschaftliche FĂŒhrung dieser Stationen zusĂ€tzlich. Morell appelliert an die BundeslĂ€nder, die Reform im Bundesrat zu stoppen. Sonst drohten Personalabbau und Standortschließungen.

Brandenburg zeigt, wie die Zukunft aussieht

Die Folgen sind bereits sichtbar. Im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow schließt die Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin zum 31. Juli. Das Diakonissenhaus Teltow begrĂŒndet den Schritt mit der fortschreitenden Ambulantisierung und den Reformvorgaben. Die stationĂ€re Versorgung soll kĂŒnftig das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam ĂŒbernehmen.

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Auch dort gibt es massive EinschrĂ€nkungen: Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus stellt zum 1. August die Geburtshilfe, Frauenheilkunde und Neurologie ein – inklusive der Babyklappe. Rund 50 Mitarbeitende sind betroffen. Zeitgleich schließt das Klinikum Ernst von Bergmann OrthopĂ€die und GefĂ€ĂŸchirurgie, zwölf Arztstellen fallen weg. Eine Online-Petition gegen die Schließungen sammelte fast 7.000 Unterschriften.

Bis 2030 droht der Verlust von 140.000 Jobs

Der Krankenhaus Rating Report 2025 zeichnet ein dĂŒsteres Bild. 2024 schrieben 51 Prozent der deutschen Kliniken Verluste – ein deutlicher Anstieg gegenĂŒber 28 Prozent im Jahr 2020. 23 Prozent der HĂ€user gelten als insolvenzgefĂ€hrdet.

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Durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz könnte der Anteil der defizitĂ€ren Kliniken bis 2027 auf 60 Prozent steigen, bis 2030 sogar auf 68 Prozent. Besonders gefĂ€hrdet: 401 von rund 1.600 Kliniken bundesweit. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor dem Verlust von bis zu 140.000 ArbeitsplĂ€tzen. Bis zum Ende des Jahrzehnts droht ein Abbau von 8,5 Prozent der Vollzeitstellen außerhalb der Pflege.

Gesundheitsministerin Warken verteidigt die SparplĂ€ne als notwendigen Schritt zur Stabilisierung der KrankenkassenbeitrĂ€ge. Die Defizitprognosen fĂŒr die GKV liegen 2027 bei ĂŒber 15 Milliarden Euro – und könnten bis 2030 auf rund 40 Milliarden Euro anwachsen.

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