Grundsicherung ab Juli: Ersparnisse sofort angerechnet, Sanktionen verschÀrft
30.06.2026 - 11:10:28 | boerse-global.de
WĂ€hrend die Schweiz den Jugendurlaub ausweitet, zieht Deutschland bei der Grundsicherung die ZĂŒgel an. Ein Ăberblick ĂŒber die wichtigsten Ănderungen zur Jahresmitte 2026.
Schweiz verdoppelt Jugendurlaub
Der Schweizer Bundesrat hat Mitte Juni eine deutliche Ausweitung des unbezahlten Jugendurlaubs beschlossen. Arbeitnehmer unter 30 Jahren sollen kĂŒnftig zwei statt bisher einer Arbeitswoche pro Jahr freigestellt werden können â fĂŒr leitende oder beratende TĂ€tigkeiten in der auĂerschulischen Kinder- und Jugendarbeit.
Die Reform öffnet den Anspruch zudem fĂŒr die offene Kinder- und Jugendarbeit. Das Parlament muss noch zustimmen. Ziel: zivilgesellschaftliches Engagement junger Erwachsener stĂ€rker im Arbeitsrecht verankern.
Deutschland: Aus BĂŒrgergeld wird Grundsicherungsgeld
Zum 1. Juli 2026 endet in Deutschland eine Ăra. Das BĂŒrgergeld wird in Grundsicherungsgeld umbenannt. Die RegelsĂ€tze bleiben zwar stabil, doch die Bedingungen verschĂ€rfen sich deutlich.
Die gröĂte Ănderung: Die Karenzzeit fĂŒr Vermögen entfĂ€llt. Ersparnisse werden sofort berĂŒcksichtigt. Die FreibetrĂ€ge sind nach Alter gestaffelt â 5.000 Euro fĂŒr unter 30-JĂ€hrige, bis zu 20.000 Euro fĂŒr ĂŒber 51-JĂ€hrige.
Auch die Sanktionsmöglichkeiten wachsen. Bei Pflichtverletzungen droht eine KĂŒrzung um 30 Prozent fĂŒr drei Monate. Bei wiederholten VerstöĂen oder Ablehnung zumutbarer Arbeit kann der Regelbedarf ganz entfallen. Arbeitsministerin Bas kĂŒndigte ein konsequentes Vorgehen gegen Missbrauch an. ArbeitgeberverbĂ€nde begrĂŒĂten die striktere Ausrichtung.
Berufsvorbereitung wird ausgebaut
FĂŒr Jugendliche ohne Schulabschluss oder Ausbildungsplatz steigen die KapazitĂ€ten. Allein in Rheinland-Pfalz stehen im Schuljahr 2026/27 224 Klassen im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) bereit. Ăber 3.000 SchĂŒler sollen dort auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.
Der Fokus liegt auf verpflichtender Lernberatung und dem neuen Fach âBerufliches Lernen und Arbeitenâ. ZusĂ€tzlich hilft das Bildungs- und Teilhabepaket: Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre aus einkommensschwachen Familien erhalten 195 Euro jĂ€hrlich fĂŒr den Schulbedarf und 15 Euro monatlich fĂŒr soziale Teilhabe.
EuGH: Fahrzeit ist Arbeitszeit
Der EuropĂ€ische Gerichtshof hat grundsĂ€tzlich geklĂ€rt: Fahrten mit einem Firmenfahrzeug vom StĂŒtzpunkt zum Einsatzort sind Arbeitszeit â vorausgesetzt, der Arbeitgeber organisiert die Fahrt und der Arbeitnehmer kann nicht frei ĂŒber seine Zeit verfĂŒgen. Das betrifft vor allem AuĂendienst, Baugewerbe und Pflege.
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Rente steigt â und ReformplĂ€ne liegen bereit
Ab Juli steigen die Renten um 4,24 Prozent. Zeitgleich hat eine Rentenkommission Ende Juni ihre Empfehlungen an die Bundesregierung ĂŒbergeben. Die VorschlĂ€ge sind weitreichend: eine schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze auf bis zu 70 Jahre bis Ende des Jahrhunderts und eine verpflichtende Kapitalrente. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen jeweils einen Prozentpunkt des Bruttolohns einzahlen. Eine Entscheidung steht noch aus.
Ob Fahrtzeiten oder Ruhepausen â die korrekte Erfassung aller Anwesenheitszeiten ist fĂŒr Arbeitgeber mittlerweile unverzichtbar geworden. Nutzen Sie diese praxiserprobten Mustervorlagen und Checklisten, um die Arbeitszeitdokumentation rechtssicher und ohne teure Software zu organisieren. Kostenlosen Ratgeber zur Arbeitszeiterfassung herunterladen
Die Rentenanpassung und die Diskussionen um die Altersvorsorge zeigen, dass soziale Sicherungssysteme im stetigen Wandel bleiben. FĂŒr Arbeitgeber bedeutet dies vor allem, die rechtlichen Rahmenbedingungen fĂŒr ihre BeschĂ€ftigten prĂ€zise im Blick zu behalten.
