Mutterschutz ab Juli: Vietnam erweitert auf sieben Monate
30.06.2026 - 11:04:41 | boerse-global.de
333 Euro an die schwedische Fußballspielerin Maja Göthberg zahlen. Der Klub war von einem Vertrag zurückgetreten, nachdem ihre Schwangerschaft bekannt wurde. Die Richter werteten dies als unzulässige Diskriminierung.
Das Urteil stärkt die arbeitsrechtliche Position von Schwangeren im Profisport massiv. Es reiht sich ein in eine weltweite Welle von Gesetzesverschärfungen und Gerichtsentscheidungen zum Schutz von Eltern am Arbeitsplatz.
Vietnam verlängert Mutterschutz auf sieben Monate
Ab dem 1. Juli 2026 gelten in Vietnam umfassende Neuregelungen. Mütter erhalten beim zweiten Kind sieben statt bisher sechs Monate Mutterschaftsurlaub. Maximal zwei Monate dürfen vor der Geburt genommen werden.
Die finanzielle Absicherung ist üppig: 100 Prozent des Durchschnittsgehalts der letzten sechs Monate plus eine einmalige Zulage in Höhe des doppelten Referenzsatzes. Auch Väter profitieren – sie haben Anspruch auf zehn Tage Urlaub. Die Anträge laufen über den Arbeitgeber oder direkt bei der Sozialversicherung.
Deutschland: Neue Grundsicherung verschärft Regeln für Eltern
Zum gleichen Datum tritt in Deutschland das 13. Gesetz zur Änderung des SGB II in Kraft. Das Bürgergeld wird durch die „Neue Grundsicherung“ ersetzt. Die Folge: Eltern im Leistungsbezug müssen bereits 14 Monate nach der Geburt wieder für Arbeitsaufnahmen zur Verfügung stehen.
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Die Karenzzeit für Vermögen entfällt komplett, die Kosten der Unterkunft werden strenger gedeckelt. Bei Pflichtverstößen drohen 30 Prozent Leistungsminderung für drei Monate – bei Wiederholung sogar der vollständige Entzug. Das Bundesarbeitsgericht hatte im Frühjahr 2026 zudem klargestellt: Fehlt eine ordnungsgemäße Massenentlassungsanzeige, ist jede Kündigung unwirksam.
Landesarbeitsgericht Hamm stärkt flexible Elternzeit
Bereits im November 2025 präzisierte das Landesarbeitsgericht Hamm den Kündigungsschutz (Az. 11 SLa 394/25). Der Schutz greift demnach auch dann umfassend, wenn Eltern ihren Anspruch in mehreren Teilabschnitten nehmen. Das gibt Arbeitnehmern mehr Planungssicherheit bei flexiblen Modellen.
Spanien und Österreich: Zwei Wege, ein Ziel
Das CAS-Urteil zu Lazio Rom zeigt: Diskriminierung wegen Schwangerschaft kann teuer werden – 69.333 Euro Schadenersatz. Schützen Sie Ihr Unternehmen mit klaren Prozessen. Unser Report analysiert das Urteil und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für HR. CAS-Urteil-Analyse jetzt sichern
Spanien setzt auf Gleichberechtigung: Seit Juli 2025 garantieren 17 Wochen voll bezahlte Auszeit für beide Elternteile. Hinzu kommen zwei flexible Wochen, die bis zum achten Geburtstag des Kindes nutzbar sind. Die Leistung beträgt 100 Prozent der Sozialversicherungs-Bemessungsgrundlage.
Österreich plant derweil den Geldtopf für Familien zu füllen. Der Budgetausschuss debattiert für 2027 über 9,55 Milliarden Euro – ein Plus von 3,3 Prozent. Eine neue Familienleistung schlägt mit 40 Millionen Euro zu Buche. Gleichzeitig soll der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds bis 2028 von 3,7 auf 2,7 Prozent sinken.
