Gesundheit, Arbeitsmarkt

HandwerksprÀsident fordert drastische Einsparungen bei Kassen

27.06.2026 - 09:34:32 | dts-nachrichtenagentur.de

HandwerksprÀsident Jörg Dittrich verlangt von der Bundesregierung viel weitgehendere Einsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung als bislang geplant.

HandwerksprÀsident fordert drastische Einsparungen bei Kassen
Gesundheit - Zentralverband des Deutschen Handwerks (Archiv) 27.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet die "Welt am Sonntag".

"Halbherzige Schritte bringen uns nicht weiter", sagte Dittrich der Zeitung. Die Finanzkommission Gesundheit habe im MĂ€rz Sparmaßnahmen mit einem Volumen von 40 Milliarden Euro prĂ€sentiert, aufgegriffen worden seien davon nur 16 Milliarden Euro. Die vorgeschlagenen Einsparungen seien notwendig, um die BeitrĂ€ge spĂŒrbar zu senken, so Dittrich. Tiefgreifende strukturelle Eingriffe seien jetzt unvermeidbar.

Die Lohnzusatzkosten lÀgen bereits bei knapp 43 Prozent, Tendenz weiter steigend. "Wir brauchen dringend das politische Ziel, wieder in Richtung 40 Prozent zu kommen", sagte der PrÀsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Das lohnintensive Handwerk leide unter steigenden SozialbeitrÀgen besonders.

Die VorschlĂ€ge der Rentenkommission lobte Dittrich grundsĂ€tzlich. Auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente fĂŒr besonders langjĂ€hrig Versicherte sieht er positiv. "Es war der falsche Reflex, aus jedem Einzelfall eine Regel fĂŒr alle zu machen. Von daher unterstĂŒtze ich die Abschaffung der Rente mit 63", sagte Dittrich, der einen Dachdeckerbetrieb in Dresden fĂŒhrt. Allerdings wĂŒrden die VorschlĂ€ge in der aktuellen Krisenlage kein Wachstum schaffen.

Kritisch Ă€ußerte sich Dittrich zum empfohlenen Aus fĂŒr Minijobs. "Da habe ich die Sorge, dass eine Abschaffung Schwarzarbeit fördert", sagte er. Über die kleine Gruppe, die dauerhaft nur Minijobs annehme und spĂ€ter auf die UnterstĂŒtzung der Gemeinschaft angewiesen sei, könne man reden. Aber deshalb gleich alle Minijobs abzuschaffen, wĂ€re falsch. Viele Minijobber seien Studenten oder Menschen mit einem Hauptjob, die sich etwas dazuverdienen wollten.

Zur Verteidigung des umstrittenen Steuerbonus fĂŒr Handwerkerleistungen habe sein Verband dem Finanzministerium vorgeschlagen, eine Bagatellgrenze einzufĂŒhren und den Bonus digital abzuwickeln, um Verwaltungskosten zu sparen, sagte Dittrich. Zudem könne man zum Beispiel gesetzlich vorgeschriebene PrĂŒfleistungen wie beim Schornsteinfeger herausnehmen. Es gebe keinen Grund, warum diese Ausgaben steuerlich absetzbar sein sollten. Die Abschaffung des Steuerbonus hatte in der Vergangenheit unter anderem der Bundesrechnungshof gefordert, da das Ziel der BekĂ€mpfung von Schwarzarbeit nicht erreicht worden sei.

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