Heizungsgesetz, Bio-Treppe

Heizungsgesetz: 65-Prozent-Pflicht ausgesetzt, Bio-Treppe ab 2029

10.06.2026 - 00:35:21 | boerse-global.de

Bundestag plant Aussetzung der 65-Prozent-Pflicht für Heizungen. Energieeffizienzgesetz fordert systematische Verbrauchserfassung.

Heizungsgesetz und Energieeffizienz: Neue Regeln für Deutschland
Heizungsgesetz - Eine moderne Gebäudefassade mit smarten Energiezählern und abstrakten Datenströmen, die Energieeffizienz und digitale Überwachung symbolisieren. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Bundestag berät über Nachbesserungen am Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) – parallel rücken die Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) in den Fokus.

Energieeffizienzgesetz: Systematische Erfassung als Schlüssel

Das Energieeffizienzgesetz verlangt eine systematische Erfassung von Energieverbräuchen, besonders bei öffentlichen Gebäuden. Experten der Sächsischen Energieagentur (SAENA) zeigen: Schon nicht-investive Maßnahmen können den Verbrauch um 10 bis 20 Prozent senken. Für Kommunen mit rund 20.000 Einwohnern bedeutet das Einsparungen von bis zu 160.000 Euro.

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Die Umsetzung erfordert detaillierte Verbrauchsdaten, um Einsparpotenziale zu identifizieren. Eine Fachveranstaltung dazu ist für Ende Juni geplant.

Heizungsgesetz: 65-Prozent-Pflicht vorerst ausgesetzt

Der aktuelle Entwurf sieht vor, die Pflicht zur Nutzung von 65 Prozent erneuerbarer Energien vorerst auszusetzen. Stattdessen sollen Hausbesitzer freie Heizungswahl haben. Für Neubauten gilt ab 2030 ein verbindlicher Nullemissionsstandard, ergänzt um Solarpflicht und Ökobilanzierung.

Für bestehende Gas- und Ölheizungen ist ein Stufenplan vorgesehen – die sogenannte Bio-Treppe. Bis 2029 müssen zehn Prozent erneuerbare Energien beigemischt werden. Danach steigt der Anteil schrittweise: 15 Prozent bis 2030, 30 Prozent bis 2035 und 60 Prozent ab 2040.

Kritik aus der Wirtschaft

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) übt scharfe Kritik an der aktuellen Ausgestaltung. Der Verband fordert einen verpflichtenden Vollkostenvergleich vor Heizungsinvestitionen. Dieser müsse die künftige CO?-Bepreisung nach dem ETS-2-Pfad und Risiken durch mögliche Gasnetzstilllegungen berücksichtigen.

Zudem verlangt der BNW eine engere Kopplung der staatlichen Förderung an die Einnahmen aus der CO?-Bepreisung. Ein Nachsteuerungsmechanismus für den Gebäudesektor sei ebenfalls nötig.

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Industriestrompreis: Milliarden-Entlastung geplant

Für energieintensive Unternehmen zeichnen sich neue Entwicklungen ab. Die EU-Kommission hat stärkere Entlastungen ermöglicht – das Bundeswirtschaftsministerium fordert deshalb zusätzliche Haushaltsmittel von rund einer Milliarde Euro für 2026. Grund: Industriestrompreis und Strompreiskompensation dürfen nun kombiniert werden.

Die Entlastungen sind an Bedingungen geknüpft. Mitte Juni informieren Fach-Webinare Unternehmen über konkrete Investitionsverpflichtungen. Branchenvertreter warnen: Kürzungen in diesem Bereich gefährden die Standortsicherheit.

Serielle Sanierung: Neue Technik für alte Gebäude

Um die Effizienzziele zu erreichen, kommen neue technische Lösungen zum Einsatz. Im Fokus stehen serielle Sanierungskonzepte: modulare Energiezentralen, Energiefassaden und Fensterheizungen. In Projekten nahe Hannover werden sie bereits praktisch erprobt.

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