Hitzeschutz: EU plant bezahlte Abkühlungspausen für Millionen
02.07.2026 - 12:31:13 | boerse-global.de
Der Europäische Gewerkschaftsbund fordert daher bezahlte Abkühlungspausen für alle EU-Beschäftigten. Die Regelung soll im geplanten „Quality Jobs Act“ rechtlich verankert werden.
Denn das Unfallrisiko steigt bei Extremhitze signifikant. Arbeitgeber sind bereits jetzt gesetzlich verpflichtet, für Arbeiten im Freien geeignete Schutzausrüstung bereitzustellen. Experten empfehlen atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder modernen Funktionsstoffen. Diese Materialien helfen dem Körper bei der Thermoregulation und verhindern Hitzestau unter der Ausrüstung.
Kühlwesten und UV-Schutz als Standard
Technische Lösungen wie Kühlwesten gewinnen an Bedeutung. Sie stabilisieren die Körperkerntemperatur bei schwerer körperlicher Arbeit. Ein wirksamer UV-Schutz gehört ebenfalls zur Sommer-PSA. Zwei bis drei Liter Wasser pro Tag und regelmäßige Pausen sind Pflicht.
Doch nicht nur auf Baustellen ist Hitze ein Problem. In Büros und im Außendienst beeinflusst die Kleidung die Leistungsfähigkeit. Für formelle Anlässe empfehlen Experten leichte Stoffe wie Leinen oder feine Baumwolle. Helle Farben absorbieren weniger Wärme. Auf Krawatten kann bei Extremhitze verzichtet werden – das verbessert die Luftzirkulation.
Deutsche Gebäude sind schlecht gerüstet
Die Notwendigkeit angepasster Kleidung wird durch unzureichende Klimatisierung unterstrichen. 2025 waren in Deutschland nur 37,8 Prozent der neuen Bürogebäude mit Kühlanlagen ausgestattet. Im Gesundheits- und Bildungssektor lag die Quote bei rund 34 Prozent. Bei neuen Wohngebäuden verfügten gerade einmal 4,3 Prozent über entsprechende Anlagen.
Ob Hitzebelastung oder andere Arbeitsrisiken – Arbeitgeber müssen die Gefährdung ihrer Mitarbeiter systematisch bewerten und dokumentieren. Diese kostenlosen Vorlagen und Checklisten helfen Ihnen, rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, die jeder behördlichen Prüfung standhalten. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen
Österreich zeigt, wie Hitzeschutz geht
Organisatorische Maßnahmen sind genauso wichtig wie die richtige Ausrüstung. In Österreich fordert die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) bei Hitzewellen einen früheren Arbeitsbeginn. Eine spezielle App prüft in Echtzeit, ob die gesetzliche Hitzefrei-Regelung ab 32,5 Grad greift.
Ein oft unterschätztes Risiko: die erhöhte Brandgefahr in Betrieben. Hohe Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen – ölhaltige Putztücher können sich selbst entzünden. Rund 60 Prozent solcher Brände gehen auf Öle und Fette zurück. Spezielle Sicherheitscontainer, die die Sauerstoffzufuhr unterbinden, gelten als wirksame Prävention.
Viele Unternehmen machen unbewusst Fehler bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung, was insbesondere bei saisonalen Risiken wie Extremhitze teuer werden kann. Ein kostenloser Experten-Report deckt die 7 häufigsten Irrtümer auf und zeigt, wie Sie rechtlich auf der sicheren Seite bleiben. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen für Ihren Betrieb entdecken
Hitze macht unkonzentriert – auch im Straßenverkehr
Gesundheitsbehörden warnen vor den Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit. Bei langen Autofahrten oder der Arbeit mit Maschinen kann das zu schweren Unfällen führen. Die Devise: leichte Kleidung, wasserreiche Ernährung und konsequente Schattenpausen.
