IKEA, Stunde

IKEA führt stille Stunde ein: Weniger Reize für Angestellte

14.06.2026 - 15:43:28 | boerse-global.de

Moderne Bürokonzepte setzen auf aktives Sitzen und kognitive Entlastung. Eine Studie zeigt mentale Risiken durch KI-Nutzung auf.

Büroarbeit im Wandel: Dynamische Stühle und KI-Belastung
IKEA - Ein moderner, ergonomischer Bürostuhl mit dynamischen Mechanismen in einem hellen, zeitgenössischen Büroumfeld, der aktives Sitzen und Wohlbefinden symbolisiert. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Fokus liegt längst nicht mehr nur auf Sitzkomfort, sondern auf ganzheitlicher Gesundheitsprävention.

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Dynamisches Sitzen als neuer Standard

Das Konzept des „aktiven Sitzens“ gewinnt an Fahrt. Der Hersteller Bergardi setzt beim Modell Aurelius auf eine patentierte Mechanik, die Mikrobewegungen des Körpers zulässt und so die Muskulatur stimuliert. Der Stuhl ist für Personen zwischen 158 und 195 Zentimetern ausgelegt, trägt bis 110 Kilogramm und wird in Deutschland und der Schweiz gefertigt.

Haider Bioswing verfolgt einen ähnlichen Ansatz – und das seit über 40 Jahren. Das Unternehmen entwickelt Sitzsysteme mit einem adaptiven 3D-Mechanismus, der auf medizinischer Forschung basiert. Die Produktpalette reicht von einfachen Hockern bis zu komplexen Bürositzlösungen. Ziel: kontinuierliche Bewegungsreize, die die Leistungsfähigkeit erhalten sollen.

Zertifizierungen schaffen Vertrauen

Objektive Prüfkriterien werden für Unternehmen und Privatanwender immer wichtiger. Der ofinto Cloud etwa erhielt im Dezember 2024 die Testnote 1,4. Das Modell im mittleren Preissegment verfügt über eine Donati-Synchronmechanik, ist für Nutzer bis 130 Kilogramm geeignet und erfüllt die internationalen Standards ANSI/BIFMA X5.1-2017 sowie Greenguard Gold für Emissionsarmut.

Auch Sihoo setzt auf technische Anpassungsfähigkeit. Der Doro C300 integriert eine selbstadaptive Lordosenstütze und eine Gewichtserkennung, die den Widerstand der Rückenlehne automatisch reguliert. Das Modell ist nach der europäischen Norm EN1335 zertifiziert und für Belastungen bis 150 Kilogramm ausgelegt. Branchenexperten betonen: Neben der Mechanik entscheiden Materialwahl und Verarbeitung über die Langlebigkeit.

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Mentale Gesundheit rückt in den Fokus

Ergonomie am Arbeitsplatz wird zunehmend als Präventionsmaßnahme gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen verstanden. IA France hat spezielle Lösungen für Lehrkräfte entwickelt – höhenverstellbare Tische, Stühle mit ausgeprägter Lordosenstütze und modulare Konzepte, die Müdigkeit reduzieren sollen.

Doch die Forschung geht weiter. Eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) vom Frühjahr 2026 untersuchte die mentale Belastung durch moderne Arbeitsmittel. Die Befragung von rund 1.500 Angestellten in den USA identifizierte Symptome wie mentale Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten im Zusammenhang mit intensiver KI-Nutzung. Die Autoren prägten dafür den Begriff „AI Brain Fry“. Die Botschaft: Arbeitsumgebungen müssen nicht nur physisch, sondern auch kognitiv entlasten.

Stille Stunde bei IKEA und offene Software-Alternativen

Die Gestaltung inklusiver Arbeitsumgebungen gewinnt an Bedeutung. IKEA Deutschland führt ab Juni 2026 eine „stille Stunde“ ein – jeweils mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr. Reduzierte Musik, gedimmtes Licht und weniger Durchsagen sollen die Reize minimieren. Das Konzept orientiert sich an ähnlichen Initiativen, die bereits Anfang 2026 gestartet wurden.

Parallel dazu entwickelt sich das digitale Arbeitsumfeld weiter. Am 9. Juni 2026 erschien Version 1.0 von Euro-Office – eine quelloffene Alternative zu etablierten Office-Suiten. Die Software, unterstützt unter anderem von IONOS und Nextcloud, wurde bereits in erste Cloud-Hubs integriert. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt zur digitalen Souveränität, auch wenn die Frage der Dateiformate weiterhin technisch diskutiert wird.

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