Infektionsdiagnostik, Standards

Infektionsdiagnostik: Neue Standards und Schulungspflicht ab Juli

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 06:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fortbildungen zu mikrobiologischer Diagnostik und Hygienemanagement zeigen steigenden Qualifizierungsbedarf in Praxen und Kliniken.

Hygiene und Diagnostik: Schulungen und internationale Kooperationen
Medizinisches Fachpersonal in einem modernen Mikrobiologielabor, das Petrischalen untersucht und Diagnosegeräte bedient. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Schulungen und internationale Partnerschaften zeigen den wachsenden Bedarf an Qualifizierung.

Praxisnahe Schulung in Essen

Mitte Juli 2026 fand in Essen eine spezialisierte Fortbildung im Schulungslabor eines Fachanbieters statt. Die Veranstaltung deckte das gesamte Spektrum ab: von der Erreger-Anzucht über die Identifizierung bis zur Empfindlichkeitstestung.

Im Fokus standen regulatorische Vorgaben wie die Richtlinie der Bundesärztekammer (RiliBÄK B3) und die Qualitätssicherungsvereinbarung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV-QSV). Auch die Standards des European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) waren Teil der Schulung. Für Praxisteams sind diese Normen essenziell – sie sichern eine rechtssichere Abrechnung und ein valides Qualitätsmanagement.

Die Teilnehmer beschäftigten sich zudem mit dem Kryobanking. Diese Technik dient der langfristigen Sicherung von Erregerstammsammlungen. Die Kursgebühr für die zweitägige Veranstaltung lag bei 350 Euro netto.

Internationale Kooperation in Münster

Parallel zu regionalen Fortbildungen gewinnt der internationale Austausch an Bedeutung. Im Juli 2026 hospitierte eine Delegation des Mechnikov Hospitals aus Dnipro am Universitätsklinikum Münster (UKM). Ziel: die Modernisierung der Infektionsdiagnostik in der Ukraine.

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Ein zentrales Element war die MALDI-TOF-Massenspektrometrie – ein Verfahren zur beschleunigten Erreger-Identifizierung. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Land Nordrhein-Westfalen, umgesetzt durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Leitung am UKM betonte die Relevanz schneller Diagnostik für die Infektionskontrolle.

Hygiene-Kongress für Podologen

Für November 2026 ist ein Fachkongress für die Podologie angekündigt. Die zweitägige Präsenzveranstaltung thematisiert Infektionsprävention, Sterilisationsprozesse und Hygienepläne. Branchenexperten referieren über Risikomanagement und rechtliche Folgen bei Hygieneverstößen. 15 Fortbildungspunkte sind für die Teilnahme vorgesehen.

Auch bei der Pflichtbelehrung gibt es Neuerungen: Das Gesundheitsamt Wiesbaden hat die digitale Infektionsschutzbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz auf 30 Sprachen erweitert. Das erleichtert den Erstkontakt mit Lebensmitteln in gastronomischen Berufen und ersetzt Behördengänge durch Online-Module.

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Digitale Formate und Abrechnungswissen

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) führte Anfang Juli Seminare zu Abrechnungsfragen in Allgemeinmedizin und Neurologie sowie zum Datenschutz durch. Laut Veranstalter wächst zudem das Interesse an Fortbildungen zu Künstlicher Intelligenz in der Praxis-IT.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) bietet bis Ende August 2026 ein eLearning-Modul zur Antibiotika-Verordnung an. Solche Angebote unterstützen Antibiotic-Stewardship-Programme für einen verantwortungsvollen Umgang mit antimikrobiellen Substanzen.

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