Investitionsbooster, Abschreibung

Investitionsbooster: 30% degressive Abschreibung bis Ende 2027

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 02:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

ING Deutschland bietet KMU und Selbstständigen ab sofort Festgeld mit bis zu 2,2 Prozent Zinsen. Das Angebot reagiert auf die jüngste EZB-Leitzinserhöhung.

ING startet digitale Festgeldkonten für Firmenkunden
Investitionsbooster - Ein Tablet auf einem modernen Konferenztisch zeigt Finanzdiagramme und -grafiken, umgeben von verschwommenen Büroeinrichtungen. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die ING Deutschland bietet ab sofort digitale Festgeldkonten für kleine und mittlere Unternehmen sowie Solo-Selbstständige an. Seit dem 6. Juli können Firmenkunden ihre Rücklagen mit bis zu 2,2 Prozent Zinsen anlegen.

Das Angebot umfasst Laufzeiten von drei, sechs oder zwölf Monaten. Die Mindestanlage liegt bei 5.000 Euro, die Obergrenze bei 500.000 Euro. Die Eröffnung erfolgt komplett digital.

„Damit schaffen wir finanzielle Spielräume für künftige Investitionen und betriebliches Wachstum“, sagt Serge Offers, Leiter des Business Banking bei der ING.

EZB dreht an der Zinsschraube

Der Zeitpunkt für das neue Produkt ist kein Zufall. Die Europäische Zentralbank hatte am 11. Juni die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Es war die erste Erhöhung nach acht vorangegangenen Zinssenkungen.

Für Unternehmen wird Festgeld damit wieder attraktiver. Branchenexperten der Rhemo Finanz GmbH raten, verschiedene Laufzeiten zu staffeln. So bleiben Unternehmen flexibel bei unerwarteten Liquiditätsbedarfen.

Im aktuellen Marktvergleich bieten Anbieter wie die European Merchant Bank für einjährige Festgelder bis zu 3,2 Prozent. Bei sechsmonatigen Laufzeiten sind es bei Grenke immerhin 2,8 Prozent.

Neobroker unter Zugzwang

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Doch nicht nur bei klassischen Einlagen tut sich etwas. Seit dem 1. Juli gilt EU-weit das Verbot von Rückvergütungen für die Orderweiterleitung (Payment for Order Flow, kurz PFOF). Das zwingt Neobroker zu neuen Modellen.

Trade Republic reagierte mit einem neuen Handelsangebot. Kunden haben nun Zugriff auf 30 internationale Börsenplätze wie Xetra, Nasdaq und Euronext. Die Kosten: 1 Euro für die automatisierte Bestpreis-Ausführung, 2 Euro bei manueller Wahl des Handelsplatzes.

„Die neue Plattform ist unsere Antwort auf die regulatorischen Vorgaben“, sagt Mitgründer Christian Hecker. Auch Scalable Capital hat durch Kooperationen mit etablierten Börsenplätzen neue Handelssegmente geschaffen.

Sparkassen bereiten Angriff vor

Parallel dazu drängen klassische Institute in den digitalen Brokerage-Markt. Die Sparkassen-Finanzgruppe plant laut Branchenberichten den Start ihres Angebots „S-Neo“. Basis ist die WP3-Plattform, die modernere Schnittstellen für den Wertpapierhandel bieten soll.

Mittelstand unter Druck

Die Notwendigkeit eines effizienten Cash-Managements zeigt eine aktuelle Analyse von RSM Ebner Stolz. Der Median-Verschuldungsgrad im Mittelstand sank zwar von 187 Prozent (2022) auf 154 Prozent (2025). Doch der Cash Conversion Cycle – die Zeitspanne, in der Kapital im operativen Geschäft gebunden ist – verlängerte sich von 54 auf 61 Tage.

Gleichzeitig sank die durchschnittliche Ebitda-Marge von 6,2 auf 5,0 Prozent. Während der Automobilbau seine Verschuldung deutlich reduzieren konnte, steigen die Schulden in der IT-Wirtschaft und im Verkehrswesen.

Steuerliche Anreize nutzen

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Unternehmen können bei der Reinvestition ihrer Liquidität von steuerlichen Erleichterungen profitieren. Der Investitionsbooster ermöglicht für bewegliche Wirtschaftsgüter eine degressive Abschreibung von bis zu 30 Prozent. Voraussetzung: Die Anschaffung oder Herstellung muss zwischen Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 erfolgen.

Die Gewinngrenze für den Investitionsabzugsbetrag wurde auf 200.000 Euro festgeschrieben. Außerbilanzielle Korrekturen sind dabei zu berücksichtigen.

Neue Altersvorsorge ab 2027

Für Einzelunternehmer und Gesellschafter-Geschäftersführer zeichnet sich zudem eine Neuerung ab: Am 1. Januar 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot starten. Es löst die Riester-Rente ab.

Die maximale staatliche Förderung beträgt 540 Euro pro Jahr. Die bisherige Beitragsgarantie entfällt – das verspricht höhere Renditechancen am Kapitalmarkt. Experten raten, entsprechende Depots frühzeitig zu eröffnen, um die notwendigen Identitätsprüfungen vor dem Starttermin abzuschließen.

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