KI-Suchmaschinen, ZAK

KI-Suchmaschinen: ZAK stuft Google und Perplexity als Inhalteanbieter ein

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die ZAK unterstellt KI-Chatbots dem Medienrecht. Google kündigt Rechtsmittel gegen die neue Einstufung an.

KI-Suchmaschinen: ZAK stuft Google und Perplexity als Inhalteanbieter ein
Ein futuristischer Gerichtssaal mit verschwommenen Figuren und einer leuchtenden holografischen Anzeige, die KI-Texte und Rechtsdokumente zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat KI-Suchmaschinen und Chatbots offiziell als Inhalteanbieter eingestuft. Damit sind Dienste wie Google und Perplexity ab sofort dem deutschen Medienrecht unterworfen – und verlieren ihr bisheriges Haftungsprivileg nach dem Digital Services Act (DSA).

Erste Bescheide gegen Google und Perplexity

Die ZAK begründet ihre Entscheidung mit der Eigenständigkeit der KI-generierten Antworten. Dabei handele es sich nicht mehr um bloße Durchleitung fremder Informationen, sondern um eigene Inhalte der Anbieter. Die Behörde erließ bereits erste Bescheide gegen Googles „AI Overviews“ und Perplexity AI. Die Medienanstalten Hamburg-Schleswig-Holstein und Berlin-Brandenburg waren an der Durchsetzung beteiligt.

ZAK-Vorsitzender Thorsten Schmiege fordert zudem vollständige Transparenz darüber, nach welchen Kriterien Quellen ausgewählt und gewichtet werden. Google kündigte umgehend Rechtsmittel an – der Konzern will in Berufung gehen.

Gerichte uneins über KI-Haftung

Die Entscheidung folgt auf widersprüchliche Urteile der vergangenen Monate. Das Landgericht München entschied, dass Google für fehlerhafte KI-Zusammenfassungen haften muss. Das Landgericht Berlin II lehnte dagegen am 1. Juni 2026 markenrechtliche Ansprüche gegen Google ab – im konkreten Fall um sogenannte Duftzwillinge.

Die Berliner Richter sahen die KI primär als technische Infrastruktur, nicht als eigene kommerzielle Kommunikation. Ein Wettbewerbsverhältnis verneinten sie. Das zeigt: Die Haftung für KI-Systeme hängt stark vom Einzelfall ab.

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KI-Nutzung boomt – Vertrauen bleibt gering

Trotz aller rechtlichen Unsicherheiten setzen sich KI-Assistenten im Alltag durch. Eine YouGov-Studie vom Frühjahr 2026 zeigt: 39 Prozent der deutschen Online-Suchenden nutzen bereits KI-Apps zur Informationsbeschaffung. Bei der Generation Z sind es sogar 49 Prozent.

Doch die Vertrauenslücke ist riesig: Etablierte Suchmaschinen erreichen eine Glaubwürdigkeit von 72 Prozent, KI-basierte Antworten nur 36 Prozent. Trotzdem gaben 63 Prozent der KI-Nutzer an, ihre Nutzung im Vergleich zum Vorjahr gesteigert zu haben.

Geschäftsmodelle unter Druck

Die Umstellung auf direkte KI-Antworten trifft klassische Webseitenbetreiber hart. Berichte sprechen von Traffic-Verlusten bis zu 60 Prozent innerhalb von 18 Monaten. Branchenanalysten erwarten, dass das klassische Suchvolumen bis Jahresende um ein Viertel einbricht.

Unternehmen reagieren mit neuer Strategie: „Generative Engine Optimization“ (GEO) soll Inhalte für KI-Antworten optimieren. Fast 30 Prozent der von ChatGPT zitierten Seiten waren bisher in der klassischen Suchmaschinenoptimierung unsichtbar – die Marktmechanismen verschieben sich grundlegend.

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Während KI-Suchmaschinen die Haftungsfrage klären müssen, stellen neue Gesetze Unternehmen vor weitreichende Compliance-Herausforderungen. Erfahren Sie im kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und technischen Bedrohungen Sie jetzt kennen müssen, um Ihr Unternehmen proaktiv abzusichern. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?

Schweiz prüft Google – neue KI-Partnerschaften

Parallel zu den deutschen Maßnahmen leitete die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) eine Vorabklärung gegen Google ein. Grund: Der Konzern hat in der Schweiz einen Auswahlbildschirm für Standardsuchmaschinen unter Android entfernt – in der EU bleibt dieser Pflicht.

In der technischen Entwicklung zeichnet sich derweil eine neue Partnerschaft ab: Cloudflare und OpenAI starteten am 13. Juli ein Pilotprojekt. Ziel ist es, KI-Modelle mit Echtzeit-Netzwerkdaten zu füttern und so die Aktualität generierter Antworten zu verbessern.

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