Langes, Sitzen

Langes Sitzen: Jede Stunde erhöht Krebssterblichkeit um 10%

04.07.2026 - 06:26:08 | boerse-global.de

Britische Studie belegt: Langes Sitzen erhöht Krebssterblichkeit um zehn Prozent pro Stunde. Bewegung senkt das Risiko deutlich. Parallel verschärft die Bundesregierung die Regeln für Krankschreibungen.

Bewegungsmangel am Arbeitsplatz: Neue Studie zu Krebsrisiko und Reform der Krankschreibung
Langes - Ein moderner, ergonomischer Bürostuhl vor einem höhenverstellbaren Schreibtisch in einem hellen Büro. Sonnenlicht fällt durch ein Fenster. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue britische Studie belegt den direkten Zusammenhang zwischen langem Sitzen und Krebssterblichkeit. Gleichzeitig verschärft die Bundesregierung die Regeln für Krankschreibungen.

Bewegungsmangel: Das unterschätzte Risiko

Die am 3. Juli im Fachmagazin PLOS Medicine veröffentlichte Analyse zeigt alarmierende Zahlen. Jede zusätzliche Stunde ununterbrochenen Sitzens erhöht das Risiko, an Krebs zu sterben, um zehn Prozent.

Die Forscher fanden aber auch Lösungen: Wer eine Stunde Sitzen durch leichte Bewegung ersetzt, senkt sein Risiko um zwölf Prozent. Bei 30 Minuten moderater Aktivität sind es acht Prozent. Schon fünf Minuten intensive Bewegung bringen eine Risikoreduktion von 22 Prozent.

Die Studie liefert einen weiteren alarmierenden Befund: Sowohl Kinder als auch Erwachsene verbringen rund 55 Prozent ihrer Wachzeit im Sitzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass bis 2030 bereits 35 Prozent der Menschen körperlich inaktiv sein werden. Besonders betroffen: Frauen mit 34 Prozent gegenüber 29 Prozent bei Männern.

Strengere Regeln für Krankschreibungen

Die Politik reagiert auf den hohen Krankenstand – allerdings mit anderen Mitteln. Am 2. Juli verabschiedete die Koalition aus Union und SPD ein Reformpaket zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

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Die neue Studie zeigt: Jede Stunde Sitzen erhöht Krebssterblichkeit um 10%. Doch schon 5 Minuten Bewegung pro Stunde senken das Risiko um 22%. Unser kostenloser Guide zeigt Ihnen, wie Sie diese Bewegung einfach in den Büroalltag integrieren. Jetzt Bewegungs-Guide anfordern

Der Kern: Die Attestpflicht gilt ab dem ersten Krankheitstag. Die telefonische Krankschreibung aus der Pandemiezeit wird abgeschafft. Bundeskanzler Merz erklärte, Arbeitnehmer müssten nicht zwingend am ersten Tag zum Arzt – die AU müsse aber ab Tag eins vorliegen.

Gesundheitsministerin Warken verweist als Alternative auf Videosprechstunden. Kritiker warnen dagegen vor einer Überlastung der Arztpraxen. Die eigentlichen Ursachen für hohe Fehlzeiten – psychische Belastungen und Arbeitsverdichtung – blieben unberücksichtigt.

Die Zahlen belegen das Ausmaß: Die DAK meldet für 2025 einen Krankenstand von 5,4 Prozent mit durchschnittlich 19,5 Fehltagen pro Kopf. Laut Destatis lag der Wert 2024 bei 14,8 Arbeitstagen. Auffällig: 37 Prozent der Krankmeldungen entfallen laut AOK auf Montage.

Unternehmen setzen auf Bewegung am Arbeitsplatz

Einige Firmen reagieren bereits auf die gesundheitlichen Herausforderungen. Die Knürr GmbH eröffnete am 3. Juli in Arnstorf ein neues Experience Center. Das Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern ist auf Lösungen für Leitstellen spezialisiert – Arbeitsplätze, bei denen Ergonomie durch die dauernde Überwachungstätigkeit besonders wichtig ist. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begleitete die Eröffnung des nach ISO 9001 und 14001 zertifizierten Standorts.

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Auch bei der Büroausstattung zeigt sich ein Trend zu mehr Dynamik. Die Firma webnetz setzt an ihrem Campus in Lüneburg auf elektrisch höhenverstellbare Schreibtische, Desk-Bikes und Balanceboards. Der Stuhl Skandis Pro von hjh OFFICE erhielt Anfang Juli positive Bewertungen – vor allem für die verstellbare Lordosenstütze und die 4D-Armlehnen.

Fürs Homeoffice empfehlen Experten in den Sommermonaten besondere Vorkehrungen gegen Hitze, speziell in Dachgeschosswohnungen. Neben ergonomischen Grundlagen wie der Bildschirmposition auf Augenhöhe raten sie zu strukturiertem Lüften und dem Einsatz von Ventilatoren. Der Markt zeigt sich zudem preisaggressiv: Rabatte für Monitorständer und gebrauchte High-End-Bürostühle von Herstellern wie Interstuhl oder Haworth sollen ergonomische Standards breiter verfügbar machen.

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