Auftragseingang fĂŒr Industrie steigt ĂŒberraschend stark
07.05.2026 - 09:31:32 | dpa.deHoffnungsschimmer fĂŒr die angeschlagene deutsche Industrie: Im MĂ€rz zogen die AuftragseingĂ€nge ĂŒberraschend krĂ€ftig um 5,0 Prozent zum Vormonat an, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar einen Anstieg von 1,4 Prozent gegeben hatte.
Ohne die BerĂŒcksichtigung von GroĂauftrĂ€gen lag der Auftragseingang um 5,1 Prozent höher als im Vormonat, das höchste Niveau seit Februar 2023, schrieben die Statistiker.Â
«Die deutsche Industrie hat im ersten Kriegsmonat ĂŒberraschend deutlich mehr AuftrĂ€ge erhalten, auch wenn man die stark schwankenden GroĂauftrĂ€ge herausrechnet», sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg KrĂ€mer. Doch der Einbruch von Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-GeschĂ€ftsklima zeige eine groĂe Verunsicherung der Unternehmen. «Der Nahost-Krieg fordert seinen Tribut, selbst wenn er bald enden sollte.»
Das Bundeswirtschaftsministerium Ă€uĂerte sich ebenfalls vorsichtig. Der Iran-Krieg habe zu einem Energiepreisschock gefĂŒhrt, der sich verzögert auch auf andere GĂŒter niederschlagen werde. «Vor diesem Hintergrund dĂŒrften im MĂ€rz verstĂ€rkt Bestellungen in Erwartung steigender Preise bzw. möglicher LieferengpĂ€sse getĂ€tigt worden sein.»
Starkes GeschĂ€ft mit Eurozone stĂŒtzt
Das Auftragsplus fĂŒr die Industrie im MĂ€rz ging zu einem groĂen Teil auf den deutlichen Anstieg bei Herstellern elektrischer AusrĂŒstungen zurĂŒck. Aber auch im Maschinenbau (plus 6,9 Prozent) sowie in der Produktion von DatenverarbeitungsgerĂ€ten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (plus 14,4 Prozent) gab es mehr Bestellungen.Â
Insgesamt profitierte die deutsche Industrie von starken AuslandsauftrÀgen: Die stiegen im MÀrz um 5,6 Prozent, in der Eurozone wurde sogar ein Plus von gut zehn Prozent verzeichnet. Im Inland stand ein Plus von 4,0 Prozent.
«Die AuftragseingĂ€nge der Industrie aus dem MĂ€rz sind ein Indiz, dass die deutsche Industrie unmittelbar vor dem Iran-Krieg zu einer klaren Erholung angesetzt hatte und auch im ersten Kriegsmonat noch robust aufgestellt war», sagte Sebastian Dullien, wissenschaftliche Direktor des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Industrie dĂŒrfte sich aber erst erholen, wenn die Energiepreise wieder spĂŒrbar fielen und damit die vom Krieg gebremste Konjunktur wieder Fahrt gewinne.
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