Deloitte: Stimmung bei FinanzvorstĂ€nden trĂŒber
16.10.2024 - 10:01:35Deutsche FinanzvorstĂ€nde blicken einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte zufolge pessimistischer auf ihre GeschĂ€ftsaussichten. Die Differenz zwischen positiven und negativen EinschĂ€tzungen ist demnach von plus 9 Prozent im FrĂŒhjahr auf minus 17 Prozent im Herbst gefallen.Â
An der Erhebung zwischen dem 12. September und dem 2. Oktober nahmen 185 FinanzvorstĂ€nde deutscher GroĂunternehmen teil. Die Krise spĂŒren demnach vor allem die deutschen Kernindustrien Automobil, Chemie und Maschinenbau. Auch die KonsumgĂŒterindustrie und der Handel schĂ€tzten ihre GeschĂ€ftsaussichten negativ ein.Â
Unternehmen der Auto- und Chemieindustrie wollen laut Umfrage Investitionen zurĂŒckfahren und Stellen abbauen. Der Dienstleistungssektor plant dagegen mehr zu investieren und ArbeitskrĂ€fte einzustellen. Die Planungen fĂŒr Investitionen und BeschĂ€ftigung stagnieren im Durchschnitt aller Branchen im leicht negativen Bereich.
Weitere Zinssenkungen und 2,8 Prozent Inflation erwartetÂ
Dienstleister profitierten noch von Nachholeffekten nach der Corona-Pandemie oder auch von der Zinswende, sagt Deloitte-Chefvolkswirt Alexander Börsch. «Wenn sich die Spaltung in der deutschen Wirtschaft jedoch weiter vertieft, wird der Dienstleistungssektor die schwÀchelnde Industrie langfristig nicht ausgleichen können.»
Die schwache Inlandsnachfrage, zunehmende Regulierung und geopolitische Risiken nennen die FinanzvorstĂ€nde als groĂe Risiken. Aber sie erwarten einen RĂŒckgang der Inflation auf 2,8 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. Dies und weitere Zinssenkungen dĂŒrften Konsum und Investitionen ankurbeln, sagt Börsch. Die Voraussetzungen fĂŒr eine konsumgetriebene Erholung seien intakt.


